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"Mein Ziel ist die Meisterschaft"

"Mein Ziel ist die Meisterschaft"

Köllerbach. "Es müsste schon alles falsch laufen, wenn wir das nicht klar machen würden", sagt Andrej Shyyka. Der 74-Kilo-Freistilspezialist der Köllerbacher Bundesliga-Ringer geht voller Zuversicht in den Viertelfinal-Rückkampf gegen Wacker Burghausen. Nach dem 20:17-Erfolg in der Fremde reicht den Köllerbachern an diesem Samstagabend im Püttlinger Trimm Treff (19

Köllerbach. "Es müsste schon alles falsch laufen, wenn wir das nicht klar machen würden", sagt Andrej Shyyka. Der 74-Kilo-Freistilspezialist der Köllerbacher Bundesliga-Ringer geht voller Zuversicht in den Viertelfinal-Rückkampf gegen Wacker Burghausen. Nach dem 20:17-Erfolg in der Fremde reicht den Köllerbachern an diesem Samstagabend im Püttlinger Trimm Treff (19.30 Uhr) sogar eine knappe Niederlage zum Halbfinal-Einzug.Shyyka allerdings ist heiß. Er will mehr als nur das Halbfinale. "Mein Ziel ist die Meisterschaft", sagt Shyyka, der das schwerste Jahr seiner Karriere hinter sich hat. Verletzungen, Operationen und Reha bestimmten die letzten Monate des gebürtigen Ukrainers. Sein 4:0-Sieg im Hinkampf gegen Burghausens Florian Mayerhofer war erst sein dritter Kampf in dieser Saison.

Fast ein Jahr ist es jetzt her, als er im Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft Anfang Januar auf der Matte stand - trotz seines Kreuzbandrisses im rechten Knie. "Es war gar nicht so schmerzhaft", erinnert sich der 32-Jährige an diesen unglaublichen Sieg über fünf Runden gegen den Ungarn Laszlo Szabolcs von Germania Weingarten. Im Rückkampf, der ohnehin verloren war, trat er nicht mehr an. Da zählte nur noch eines: die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London. Doch gleich im ersten Kampf des Qualifikationsturniers in Helsinki verletzte er sich erneut. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Dieses Mal im linken Knie.

"Da habe ich gedacht: Alles ist vorbei. Da war ich wirklich hinüber", erinnert sich Shyyka: "Ans Aufhören hab ich aber nie gedacht, obwohl es am Anfang schon sehr schwer war." Denn auch er weiß, dass er mit 32 Jahren schon fast zum alten Eisen gehört. Bei den nächsten Sommerspielen 2016 in Rio wäre er 36. Dennoch will er weitermachen - "eigentlich schon noch vier Jahre", sagt er.

Bisher hat sich Shyyka immer durchgebissen, auch jetzt kommt er seiner alten Form Schritt für Schritt näher, wenn auch mit zwei bandagierten Knien. "Das ist nur für den Kopf", erklärt er, "es gibt mir Sicherheit." Kopfsache also für einen, der große Ziele hat - die Teilnahme an Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und natürlich den Gewinn der deutschen Meisterschaft mit der Mannschaft: "Da muss schon alles perfekt laufen. Momentan sind wir ja nicht alle hundertprozentig fit."

Auch Jan Fischer und Tomasz Swierk mussten ihre Kämpfe beim knappen Hinkampf verletzt aufgeben. Ein Grund mehr, Burghausen nicht zu unterschätzen. "Drei Punkte Vorsprung sind dünn. Die werden alle Register ziehen, um den Kampf noch zu gewinnen", sagt KSV-Teamleiter Thomas Geid. Gut möglich, dass Shyyka auf Gàbor Hatos, den Olympiadritten 2012 trifft. Wenn der 84-Kilo-Ringer Gewicht machen sollte und in der 74-Kilo-Klasse antritt, "müsste ich schon 100 Prozent geben", sagt Shyyka respektvoll, "aber dann wüsste ich auch, wo ich stehe." aub