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"Mein Handy ist fast explodiert"Nicht nur der FCS kämpft noch um den Halbfinal-Einzug

"Mein Handy ist fast explodiert"Nicht nur der FCS kämpft noch um den Halbfinal-Einzug

Saarbrücken. Es ist momentan nicht leicht, Bastian Steger zu erreichen. Unzählige Gratulanten haben sich bei dem Tischtennisprofi des 1. FC Saarbrücken gemeldet, der am vergangenen Sonntag in Bamberg zum ersten Mal deutscher Meister im Einzel wurde. Irgendwann waren es so viele, dass Steger abblocken musste, wollte er nicht rund um die Uhr nur noch Glückwünsche entgegennehmen

Saarbrücken. Es ist momentan nicht leicht, Bastian Steger zu erreichen. Unzählige Gratulanten haben sich bei dem Tischtennisprofi des 1. FC Saarbrücken gemeldet, der am vergangenen Sonntag in Bamberg zum ersten Mal deutscher Meister im Einzel wurde. Irgendwann waren es so viele, dass Steger abblocken musste, wollte er nicht rund um die Uhr nur noch Glückwünsche entgegennehmen. "Mein Handy ist fast explodiert", erzählt der 29-Jährige gut gelaunt vom Ansturm nach seinem nationalen Triumph, den er mit dem zusätzlichen Gewinn der Doppelkonkurrenz (zusammen mit dem Bremer Lars Hielscher) krönte.In Abwesenheit des Weltranglisten-Ersten Timo Boll beeindruckte Steger unter anderem mit Siegen gegen Christian Süß (4:2) und Dimitrij Ovtcharov (4:3). Noch größer schien die Freude bei seiner Mutter Gertrud, die wegen einer Erkältung zunächst gar nicht anreisen wollte, dann aber doch zusammen mit Papa Johann neben der Spielerbox mitfieberte und am Ende ihren Filius unter Tränen des Glücks in die Arme schloss.

"Es ist schon schön, wenn man so einen Sieg mit seinen Eltern feiern kann", freute sich die Saarbrücker Nummer eins, die unweit von Bamberg aus dem bayrischen Oberviechtach stammt. Dort hat er als Siebenjähriger von seinem Vater, der früher selbst Regionalliga spielte, das Tischtennisspielen gelernt - auf einer Platte im Hobbykeller. Kurz darauf trat er in den ASV Fronberg ein. Als er "ungefähr mit 13" zum ersten Mal gegen seinen Papa gewonnen hatte, war klar, wohin die Reise gehen würde.

"Die deutsche Meisterschaft hat einen hohen Stellenwert für uns Spieler. Das ist ein Titel, den man in seiner Karriere haben möchte. Ich bin unheimlich stolz", berichtet Steger, der bei seinen Finalteilnahmen 2002 und 2005 Boll unterlegen war.

Dass es ausgerechnet in diesem Jahr klappen würde, damit war nicht wirklich zu rechnen, nachdem der Weltranglisten-22. in der Bundesliga seine Galaform aus dem Vorjahr nicht ganz halten konnte. "Es war doch recht viel in letzter Zeit. Ich hatte vorher ein bisschen weniger Tischtennis gespielt, um den Kopf frei zu kriegen. Das hat gut getan", sagt er.

Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag weiter. Nachdem Steger von Montag bis Mittwoch in Frankfurt an einem Vorbereitungslehrgang zur WM im Mai in Rotterdam teilnahm, ging es mit seinem Saarbrücker Kollegen Bojan Tokic direkt weiter nach Paris, wo der FCS heute um 20 Uhr gegen den SC Levallois im ETTU-Pokal um den Einzug ins Halbfinale kämpft. Bojan Crepulja aus der zweiten Mannschaft des FCS wird dabei den Portugiesen Joao Monteiro ersetzen müssen, der wegen einer Erkältung kurzfristig seinen Einsatz absagen musste. 3:2 siegte der FCS im Hinspiel.

Am Sonntag um 17 Uhr steht dann das Bundesliga-Heimspiel gegen den TTF Ochsenhausen in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle an. Für den bereits für die Playoffs qualifizierten FCS geht es gegen den Dritten um die Verteidigung des zweiten Platzes, der in der Endrunde das Rückspiel-Heimrecht garantiert.Saarbrücken. Neben dem 1. FC Saarbrücken stehen auch die Tischtennis-Erstligisten TTC Grenzau und Werder Bremen im Viertelfinale des ETTU-Pokals. Während der 3:2-Hinspielsieg des FCS gegen Levallois Sporting Club auf den Einzug ins Halbfinale hoffen lässt, steht Bremen nach einem 0:3 gegen Pontoise Cergy (Frankreich) vor dem Aus. Nach dem 2:3 gegen Chartres ASTT (Frankreich) will Grenzau zu Hause den Spieß umdrehen.

In der Bundesliga absolviert der FCS sein letztes Heimspiel am Sonntag um 17 Uhr (Joachim-Deckarm-Halle) gegen Ochsenhausen. Mit einem Sieg kann der FCS seinen zweiten Platz hinter Borussia Düsseldorf sichern. Momentan belegen Ochsenhausen, Grenzau, Fulda und Bremen die Plätze hinter dem FCS und haben noch Chancen, sich für die Playoffs der besten Vier zu qualifizieren. In der Endrunde, die am 8. April beginnt, spielt der Tabellenerste gegen den Vierten und der Zweite gegen den Dritten, wobei die beiden führenden Teams entscheiden dürfen, ob sie im Hin- oder im Rückspiel Heimrecht genießen. Gegner ist FCS ist dann wohl wieder Ochsenhausen. rti

"Ich bin unheimlich stolz."

Bastian Steger, Tischtennisspieler

des 1. FC Saarbrücken