Mehr Favorit als der FC Riegelsberg kann man beim Masters nicht sein

Frauenfußball : Mehr Favorit als der FC Riegelsberg kann man nicht sein

Das 17. Frauenmasters an diesem Sonntag in Saarbrücken müsste eigentlich eine eindeutige Sache werden. Davon gehen alle Beteiligten aus.

Deutlicher könnte die Favoritenrolle nicht verteilt sein. „Sie war noch nie so klar wie diesmal“, findet etwa Dirk Dattge, der Trainer der SG Bliesmengen/Bliesransbach, vor der 17. Auflage des Volksbanken-Frauenmasters. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen und wäre eine riesengroße Überraschung, wenn nicht die Fußballerinnen des 1. FC Riegelsberg am Sonntagabend nach dem Finale (17.50 Uhr) in der Multifunktionshalle der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken den Pokal in die Höhe strecken.

Um 13 Uhr beginnt der Höhepunkt der Hallenrunde, und der klassenhöchste Teilnehmer, der in der Regionalliga zur Winterpause den achten Platz belegt, ist nicht nur Titelverteidiger. Riegelsberg hat zahlreiche Spielerinnen in seinen Reihen, die nicht nur anhand des Vorjahres wissen, wie man das Masters gewinnt. Das gilt allen voran für Melanie Klein, die diesen Titel als Spielerin bereits zehn Mal (!) gewonnen hat. Nun peilt die 36-Jährige ihren ersten Masters-Triumph als Trainerin an.

„Unsere Favoritenrolle lässt sich kaum leugnen. Wir haben fünf Qualifikationsturniere gespielt und alle fünf gewonnen. Unser großes Ziel ist die Titelverteidigung. Und für mich persönlich ist es ein schöner Anreiz, das Masters erstmals als Spielertrainerin gewinnen zu können“, betont Klein, die es sich natürlich nicht nehmen lässt, selbst auf dem Feld mitzuwirken. Sie kann dabei auf „einen sehr guten und breiten Kader“ zurückgreifen, der in der Qualifikation mit 68 Punkten klar vor den Verbandsligisten FC Niederkirchen (43,35) und Bliesmengen-Bliesransbach (24,2) Platz eins belegte.

Das Masters, sagt Klein, habe aus ihrer Sicht einen hohen Stellenwert, auch wenn die Qualifikationsserie im Frauenbereich mit nur zehn Turnieren gegenüber den fast 50 Veranstaltungen bei den Männern viel kleiner ausfällt: „Das Masters ist für alle Teilnehmer immer ein großer Höhepunkt. Dort herrscht eine wunderbare Atmosphäre, die jeder auskosten möchte“, sagt Klein.

Das darf in diesem Jahr erstmals der SV Oberwürzbach, der als Bezirksligist der große Überraschungsstarter ist und es in der Vorrundengruppe B neben Riegelsberg mit dem Verbandsliga-Zweiten SV Dirmingen und dem Spitzenreiter der Bezirksliga Nord, dem SV Göttelborn II, zu tun bekommt. „Für uns als kleiner Verein ist das ein tolles Erlebnis, das wir uns anhand der Entwicklung in den letzten zwei Jahren verdient haben“, blickt Spielertrainerin Diana Fröhlich dem Finalturnier voller Vorfreude entgegen. Sie war bereits 2017 mit der 1. FFG Homburg in Saarbrücken dabei und glaubt, dass Dabeisein diesmal nicht alles sein muss: „Wenn wir einen guten Tag erwischen, ist vielleicht das Halbfinale drin“, sagt Fröhlich.

Was das angeht, dürften in Gruppe A, die sich ausschließlich aus Verbandsligisten zusammensetzt, Niederkirchen und Bliesmengen-Bliesransbach gegenüber der Konkurrenz aus Falscheid und Dudweiler favorisiert sein. Bliesmengens Dattge sieht seine Frauen dennoch als „krassen Außenseiter“ an: „Unser großes Problem ist die Nervosität, vor so einer Kulisse zu spielen. Das war bereits im Vorjahr der Fall und hat sich jetzt auch im letzten Quali-Turnier wieder gezeigt.“ Keine Zweifel haben er und die sechs anderen Trainer dagegen in Bezug auf den heißesten Masters-Anwärter: „Riegelsberg hat eine Bomben-Hallenrunde gespielt.“ Nein, klarer könnte die Favoritenrolle nicht sein.

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