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Mehr als nur ein Test

München. Unterschiedlicher könnten die Gemütslagen vor dem Wiedersehen nicht sein: Der FC Barcelona befindet sich nach dem krankheitsbedingten Rücktritt seines Trainers Tito Vilanova in schwierigem Fahrwasser, beim FC Bayern läuft es scheinbar wie geschmiert. dpa/sid

Das Wiedersehen mit seinem Herzensclub hat sich Pep Guardiola angenehmer vorgestellt. Ausgerechnet vor dem wichtigen Testspiel an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/ZDF) gegen seinen langjährigen Verein FC Barcelona musste der neue Bayern-Trainer eine sehr emotionale Nachricht verdauen: Barcas Tito Vilanova, viele Jahre sein Intimus, ist erneut an Ohrspeicheldrüsenkrebs erkrankt und musste sein Traineramt niederlegen. Guardiola war bestürzt: "Ich liebe ihn. Ich wünsche ihm und seiner Familie jetzt ganz viel Kraft."

Entsprechend schwierig ist es, sich auf den Fußball zu konzentrieren. Immerhin: Die ersten Auftritte des FC Bayern unter Guardiola waren eindrucksvoll. Trotzdem wird rund um den Münchner Luxuskader immer wieder die Systemfrage gestellt. Mit welcher taktischen Formation will Guardiola den Triple-Sieger noch besser, noch flexibler und noch unberechenbarer machen? Die Bayern-Stars geben sich bisher lernwillig und halten ihre Eitelkeiten zurück. Sogar der sonst überkritische Sport-Vorstand Matthias Sammer fand angesichts der ersten Guardiola-Wochen nichts als lobende Worte: "Großes Kompliment an Pep und die Mannschaft, die mitzieht und die nicht den Eindruck vermittelt, dass sie genug hat, sondern dass sie weiter hungrig ist."

Für den Perfektionisten Guardiola gibt es dennoch "einige Dinge zu verbessern". Der FC Bayern müsse etwa mit noch "weniger Berührungen spielen".

Das Treffen des neuen Bayern-Trainers mit Lionel Messi und Co. birgt nach dem jüngsten verbalen Schlagabtausch zwischen Guardiola uns seinem Ex-Club einige Brisanz - auch wenn die Verantwortlichen beider Clubs immer wieder betonen, dass ihr Verhältnis nach wie vor gut sei.

Auch Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge will von Spannungen nichts wissen: "Die beiden Klubs haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander. Sonst wäre es auch nicht möglich gewesen, den Thiago-Transfer praktisch übers Wochenende abzuwickeln." Doch Barca hat noch eine Rechnung offen: "Die Art und Weise, wie der FC Bayern uns aus der Champions League rausgeworfen hat, war für uns sehr schmerzhaft", hatte Messi vor Kurzem gestanden. Allerdings wird Barcelona in München nicht mit der kompletten Mannschaft antreten: Sowohl der neue Trainer Gerardo Martino (siehe nebenstehenden Text) als auch der brasilianische Neuzugang Neymar sind nicht dabei.