| 20:40 Uhr

2. Fußball-Bundesliga
Mehr Abstiegskampf geht nicht

Darmstadt. Dem Nachholspiel zwischen Darmstadt 98 und dem 1. FC Kaiserslautern kommt heute vorentscheidende Bedeutung im Kampf um den Klassenverbleib in der 2. Liga zu.

Viel mehr Druck kann man vor einem Spiel kaum haben. Er spüre eine „gewisse Unruhe und Angespanntheit“ sagte Darmstadts Trainer Dirk Schuster vor der Neuauflage des Zweitliga-Kellerduells gegen den 1. FC Kaiserslautern an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/Sky). Im ersten Spiel am 24. Januar waren beide Teams mit einem 0:0 in die Halbzeit gegangen. In der Pause musste der damalige FCK-Trainer Jeff Strasser mit Herzproblemen behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht werden. Das Spiel wurde abgebrochen – „die einzige richtige Entscheidung“, wie Schuster vor der Neuauflage noch einmal bekräftigte. Strasser musste seinen Job wegen Herzrhythmusstörungen ruhen lassen. Michael Frontzeck übernahm beim Schlusslicht.


Die Ausgangslage ist weiter prekär: Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98 steht auch in Liga zwei nur auf Platz 17. Das einzige Team, das nach 22 Begegnungen noch weniger Punkte auf dem Konto hat, ist der viermalige deutsche Meister aus der Pfalz. Die „Lilien“ könnten sich mit einem Sieg bis auf Platz 15 verbessern. Aber sollte der FCK heute den dritten Sieg unter Frontzeck schaffen, kämen die zur Winterpause fast schon abgeschriebenen Roten Teufel bis auf einen Punkt an Darmstadt heran.

Dass seine Spieler die Geschehnisse von damals im Kopf haben, glaubt Frontzeck nicht. „Trotz der Umstände beim letzten Spiel in Darmstadt sind die Jungs stabil. Auch weil Jeff die Sache verhältnismäßig gut überstanden hat“, sagte der 53-Jährige. „Die Mannschaft ist mental gefestigt, das hat sie in den letzten drei Spielen bewiesen.“

Unter dem neuen Trainer gab es für Lautern zunächst zwei Siege. Doch am vergangenen Wochenende kam dann der erste Dämpfer mit der 0:1-Heimniederlage gegen Sandhausen. Sechs Zähler aus drei Spielen seien trotzdem „erst mal okay“, sagte Frontzeck. Gegen Darmstadt hofft er nun „auf etwas Zählbares“, ebenso beim folgenden Auswärtsspiel beim nächsten direkten Konkurrenten Erzgebirge Aue.

Die Erwartungen an das Team seines Gegenübers Schuster sind da höher. Der Bundesliga-Absteiger ist nach einem guten Saisonstart mittlerweile auf einen Abstiegsplatz abgestürzt. Schuster übernahm im Dezember für Torsten Frings. Nach einem Unentschieden und einem Sieg verlor seine Mannschaft zuletzt dreimal hintereinander.



Im Gegensatz zur Zeit unter Frings steht die Mannschaft in der Defensive zwar mittlerweile stabiler. Allerdings ist die Torausbeute mit vier Treffern in fünf Spielen kümmerlich – auch wenn Schuster beim 0:2 gegen Bielefeld am vergangenen Wochenende eine Steigerung in der Offensive feststellte.

Personell sieht es bei Kaiserslautern etwas besser aus als bei den Gastgebern. So kann Frontzeck auf den zuletzt gesperrten Kapitän Christoph Moritz zurückgreifen. Darmstadt dagegen muss auf seinen Spielführer Aytac Sulu wegen Gelbsperre verzichten. Zudem droht auch Defensivallrounder Peter Niemeyer weiter auszufallen.

Bereits vor der ersten Auflage hatte Schuster betont, dass die Partie kein Endspiel sei, weil man auch danach noch genügend Möglichkeiten habe, etwas zu bewegen. Daran habe sich nichts geändert. „Wir sind selbst am Zug, diese Situation zu bereinigen“, sagte Schuster.