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Stuttgarts Kapitän Gentner glänzt: Maskenmann verfinstert die Lage des BVB

Stuttgarts Kapitän Gentner glänzt : Maskenmann verfinstert die Lage des BVB

62 Tage nach seiner bösen Verletzung kehrte Christian Gentner beim 2:1 des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund in die Bundesliga zurück.

Zwei Monate nach seinen Knochenbrüchen im Gesicht waren bei der Rückkehr von Christian Gentner nur die Schuhe nicht schwarz. Die Spieler des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart trugen beim 2:1 gegen Borussia Dortmund am vergangenen Freitag ein von Künstlern gestaltetes Sondertrikot mit schwarzem Logo und schwarzer Werbung auf der Brust – der Kapitän war zusätzlich auch noch mit seiner schwarzen Carbonmaske unterwegs. Und zeigte als Mann mit Maske sofort seinen großen Wert für den Aufsteiger.

„Dass er das so gemacht hat, da kann ich nur den Hut vor ziehen“, lobte Trainer Hannes Wolf nach dem Startelf-Einsatz gegen den BVB. „Außergewöhnlich. Er hat uns sehr, sehr gefehlt nach der Verletzung. Wir sind froh, dass er wieder da ist.“

Exakt 62 Tage nach dem Zusammenprall mit Wolfsburgs Torwart Koen Casteels stand Gentner wieder bei einem Bundesliga-Spiel auf dem Fußballplatz. Am 5. Spieltag hatte er das Knie des VfL-Keepers ins Gesicht bekommen, das Bewusstsein verloren und mehrere Knochenbrüche erlitten. Zwei Operationen folgten, zuletzt stieg er wieder ins Mannschaftstraining ein – und spürte keine Beeinträchtigungen. „Ich hatte keine Angst, mit der Maske zu agieren, sie gibt mir sogar Sicherheit. Ich denke schon, dass es noch ein paar Monate dauert“, sagte er. Ein bisschen schwarz bleibt Gentner also fürs Erste.

Überwiegend finster erscheint das Stimmungsbild bei Borussia Dortmund: Nach der erneuten Niederlage bei einem Aufsteiger versuchte es BVB-Kapitän Marcel Schmelzer erst gar nicht mit Kreativität. „Das ist für euch und die Leser langweilig, aber wir können ja nichts anderes machen. Wenn wir uns die Köpfe einschlagen, das bringt ja jetzt auch nichts“, sagte er vor Reportern und wiederholte seine Forderung aus den vergangenen Wochen: „Wir müssen durch diese Phase durch. Wir müssen für Ergebnisse kämpfen. Dass wir im Moment nicht die Sterne von Himmel spielen, ist für mich nicht das Problem.“

Fest steht: Dortmund bleibt auch nach der Länderspielpause im Krisenkommunikationsmodus. Nach dem 1:3 in München, dem 2:4 in Hannover und dem 2:3 in Leipzig war das 1:2 in Stuttgart die vierte Niederlage aus den vergangenen fünf Liga-Partien. Wenn es dumm läuft, stehen die Borussen nach dem zwölften Spieltag nicht mal mehr auf einem Champions-League-Platz – und vor dem Derby in der Tabelle auch hinter Schalke.

Nach seiner Suspendierung dürfte Pierre-Emerick Aubameyang in der Champions League gegen Tottenham Hotspur zumindest wieder dabei sein. Eine entsprechende Andeutung machte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke in Stuttgart. Ob der aufgrund von muskulären Problemen kurzfristig nicht einsatzfähige Christian Pulisic dann spielen kann, war unklar. Größtes Thema bleibt ohnehin das Defensivverhalten. Zumal Dortmund in der 34. Minute mit Sokratis einen Abwehrspieler verlor: Der Grieche hatte einen Rippenknorpelbruch erlitten. Im Revierderby könnte er wieder einsatzbereit sein, wie der Club zwischenzeitlich vermeldete. Im Europapokal dürfte Sokratis dagegen fehlen.

Zu Aubameyang wollte sich Schmelzer nicht äußern, in der Debatte um Trainer Peter Bosz und zur Kritik an dessen defensiv anfälligem System bezog er aber erneut klar Position: „Für uns als Mannschaft stellt sich diese Trainerfrage nicht.“