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Martin Tomczyk: Mit Phoenix aus der DTM-Asche

Martin Tomczyk: Mit Phoenix aus der DTM-Asche

Valcencia/Saarbrücken. Martin Tomczyk (29, Foto: dpa) hat lange kämpfen müssen. Etwa mit dem Vorurteil, dass er sein Cockpit im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) eigentlich nur seinem Vater, dem mächtigen ADAC-Sportpräsidenten Hermann Tomczyk, zu verdanken habe. Doch in dieser Saison hat er alle Zweifler widerlegt.Sonntag, 15

Valcencia/Saarbrücken. Martin Tomczyk (29, Foto: dpa) hat lange kämpfen müssen. Etwa mit dem Vorurteil, dass er sein Cockpit im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) eigentlich nur seinem Vater, dem mächtigen ADAC-Sportpräsidenten Hermann Tomczyk, zu verdanken habe. Doch in dieser Saison hat er alle Zweifler widerlegt.Sonntag, 15.16 Uhr, Zielgerade auf dem Circuit de la Comunitat Valenciana: Martin Tomczyk ist angekommen am Ziel seiner Träume. Als Dritter rollt der Audi-Pilot über die Ziellinie - zwar hinter seinen Markenkollegen Mattias Ekström (Schweden) und Filipe Albuquerque (Portugal), aber weit vor Mercedes-Titelrivale Bruno Spengler, der nur Siebter wird. Damit liegt Tomczyk vor dem Finale am 23. Oktober in Hockenheim mit 13 Zählern Vorsprung uneinholbar an der Spitze der Tabelle und hat den Titel sicher.

Es war ein langer Weg zum Erfolg: Am 22. April 2001 hatte der Rosenheimer als jüngster Fahrer der Geschichte in der DTM debütiert. Zehn Jahre lang drehte er danach für das Audi-Werksteam seine Runden - und nicht alle gewann er. Glanzlichtern folgten lange Durststrecken. In 102 Rennen gelangen Tomczyk nur vier Siege. Nach Gesamt-Rang acht im Jahr 2010 wurde er von Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich im Winter sogar zurückversetzt: Statt mit einem aktuellen Auto im Werksteam Abt musste Tomczyk mit einem Jahreswagen des Phoenix-Teams aus der Eifel vorlieb nehmen. Doch was wie ein Abstellgleis aussah, erwies sich als Glücksfall. "Das Paket Auto, Team, Fahrer hat einfach gepasst", sagt Tomczyk über seine Rückkehr in die Erfolgsspur.

Die Folge: Tomczyk zeigte 2011 ungeahnte Konstanz, punktete in jedem Rennen - und fügte den vier Siegen aus zehn Jahren gleich in einer Saison drei weitere hinzu. Als erster Fahrer der DTM schaffte er damit das Kunststück, den Titel mit einem Jahreswagen einzufahren. Gleichzeitig scherte er endgültig aus dem (Wind)-Schatten des Vaters aus. wip

"Das Paket Auto, Team, Fahrer hat einfach gepasst."

DTM-Sieger

Martin Tomczyk