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Marta verspielt viele Sympathien

Marta verspielt viele Sympathien

Dresden. So hatte sich Marta das Ende der Frauenfußball-WM in Deutschland sicher nicht vorgestellt. Statt ihre unbestrittene Klasse auch noch in den entscheidenden Partien der letzten WM-Woche zeigen zu können, musste die fünfmalige Weltfußballerin nach dem 3:5 im Elfmeterschießen in Dresden gegen die USA mit ihrem brasilianischen Team gestern den Rückflug antreten

Dresden. So hatte sich Marta das Ende der Frauenfußball-WM in Deutschland sicher nicht vorgestellt. Statt ihre unbestrittene Klasse auch noch in den entscheidenden Partien der letzten WM-Woche zeigen zu können, musste die fünfmalige Weltfußballerin nach dem 3:5 im Elfmeterschießen in Dresden gegen die USA mit ihrem brasilianischen Team gestern den Rückflug antreten.Dresden wird die Starkickerin vom Zuckerhut in unguter Erinnerung behalten. In der fußballbegeisterten Elbestadt machte sich die 25-Jährige vom ersten Tag an unbeliebt und bekam dafür im Spielverlauf die Quittung. Ab Mitte der zweiten Halbzeit wurde jeder Ballkontakt von ihr mit Pfiffen quittiert. Daran änderten auch ihre Turnier-Tore drei und vier nichts. Einem Treffer vom Elfmeterpunkt folgte ein technischer Geniestreich zum 2:1, womit sie den WM-Tore-Rekord von Birgit Prinz mit nunmehr 14 Toren egalisierte.

"Ich weiß nicht, warum die Leute pfeifen, ich habe es nicht verstanden. Sie ist eine der besten Spielerinnen der Welt. Vielleicht wurde sie ausgepfiffen, weil sie keine Deutsche, sondern Brasilianerin ist", mutmaßte Brasiliens Trainer Kleiton Lima - und lag damit völlig daneben. Nicht die fußballerische Klasse der Angreiferin, sondern ihr Benehmen auf und neben dem Platz brachten die Zuschauer in Rage. Bei einem Stadtbummel am Freitag hatte sie Autogrammwünsche nur erfüllt, solange Kameras auf sie gerichtet waren. Danach schrie sie teilweise unbeherrscht Fans an und flüchtete in die Einkaufspassagen.

Während des Spiels gestikulierte sie divenhaft, kommentierte jede Schiedsrichter-Entscheidung, forderte Gelbe Karten für die Gegnerinnen, litt aber selbst unter "Fallsucht". Folglich sah auch sie den gelben Karton und musste zudem einen süffisanten Kommentar von US-Trainerin Pia Sundhage ertragen: "Marta ist die beste Spielerin der Welt, aber das Team ist besser als eine Spielerin." Marta stellte sich derweil bockig - und schien über das WM-Aus nicht sonderlich enttäuscht zu sein. "Sie lieben mich halt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich ausgepfiffen werde. So etwas motiviert mich", meinte sie trotzig. Den Turnier-Verlauf sah sie wie ihr Trainer zufrieden stellend. "Wir haben keine Partie in der normalen Spielzeit verloren, also waren wir auch nicht schlecht", betonte Marta - und reiste nach Hause. dpa