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Markus Mendler entscheidet Saarderby FC Homburg gegen die SV Elversberg

Nach Pleite im Derby : Bei Elversberg dominiert das „schlechte Gefühl“

Mäßige Leistung im Derby, Rote Karte für Kapitän Conrad – und eine schwierige Situation vor den anstehenden Topspielen.

Horst Steffen, der Trainer der SV Elversberg, glaubt, dass es aufgebauscht sei, wenn immer erzählt werde, die SVE könne keine Topspiele. Linksaußen Luca Schnellbacher sagte nach der 1:2-Niederlage am Samstag im Saarderby gegen den FC Homburg aber: „Es nervt einfach, dass wir in den Topspielen unsere Leistung nicht bringen. Das war nicht gut heute.“ Kapitän Kevin Conrad sieht es eher wie der Trainer. „Wir haben im vergangenen Jahr hier in Homburg gewonnen und in dieser Saison haben wir den Tabellenführer Mainz II mit 5:0 nach Hause geschickt. Das waren Topspiele.“

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Elversberger haben in einem extrem wichtigen Spiel (mal wieder) nicht geliefert. Nach dem Spiel rannten Spieler wie Conrad und Kevin Koffi dem Schiedsrichter-Gespann fast bis in die Kabine nach und wollten Antworten für die, wie die beiden fanden, falschen Entscheidungen.

Koffi erzielte in der 61. Minute das 2:1 für die SVE, doch Schiedsrichter Jonas Brombacher gab das Tor wegen eines angeblichen Handspiels nicht. „Ich habe den Ball mit der Hüfte mitgenommen und nicht mit der Hand“, sagte Koffi.

In der 74. Minute schoss Homburgs Mart Ristl aus fünf Metern auf das SVE-Tor. Der Ball ging Conrad an die Hand und von dort über das Tor. „Was soll ich machen? Der schießt mir an die Hand. Ich habe keine Bewegung mit der Hand zum Ball gemacht“, sagte Conrad. Brombacher zeigte auf den Elfmeterpunkt – und Conrad die Rote Karte, da er durch das Handspiel ein Tor verhindert habe. Markus Mendler verwandelte den Strafstoß zum Homburger 2:1-Sieg. Gut möglich, dass der ehemalige Spieler des 1. FC Saarbrücken damit am letzten Spieltag der Hinrunde sogar die Aufstiegsträume der SV Elversberg zerstört hat.

Der FSV Mainz II ist zwar der aktuelle Tabellenführer, doch das viel gefährlichere Team für die SVE dürfte der SSV Ulm sein. Die Ulmer sind auf dem zweiten Tabellenplatz und jetzt vier Punkte vor der SVE und ein Spiel weniger. Während die Elversberger am kommenden Wochenende spielfrei sind, werden die Ulmer aller Voraussicht nach gegen den Tabellenvorletzten FSV Frankfurt gewinnen und könnten den Vorsprung auf die SVE auf sieben Punkte ausbauen. Zwei Wochen später ist der SSV Ulm zum „Endspiel“ zu Gast an der Kaiserlinde.

„So weit denke ich nicht. Ich weiß, dass wir jetzt zwei Wochen ein sehr schlechtes Gefühl mit uns herumtragen, bevor wir wieder spielen“, sagte Trainer Steffen. Ein schlechtes Gefühl, das hausgemacht ist. Die SVE war nach glanzvollen Auftritten in den vergangenen Wochen am Samstag nicht wiederzuerkennen. Bis zu Mendlers 1:0 in der 22. Minute spielten nur die Homburger, die zur Pause hätten höher führen können. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Israel Suero erzielte Schnellbacher in der 38. Minute das 1:1.

Nach der Pause muss die SVE das Spiel entscheiden. Homburgs Torhüter Krystian Wozniak sah nach einem Foulspiel an Valdrin Mustafa die Rote Karte (51.). Es folgte ein Spiel auf das Homburger Tor, und es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Elversberger treffen.

Doch die SVE übertraf sich im Spielen von Fehlpässen und verteidigte Konter dilettantisch – falsches Stellungsspiel, keine taktischen Fouls und insgesamt viel zu harmlos. Und so kam es schließlich zu dem entscheidenden Konter mit Platzverweis und Elfmeter. „Die Entscheidungen des Schiedsrichters waren ein Witz, doch wir sind selber schuld, wenn wir so ungenau spielen“, sagte Conrad, der in zwei Wochen gesperrt sein wird. Dann muss die SVE bei den Offenbacher Kickers antreten. Wieder ein Topspiel, bevor es dann nach Ulm geht.