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Regionalliga Südwest
Carl glaubt an bessere Zeiten

 Stürmer Marcel Carl ist beim 1. FC Saarbrücken nicht so richtig angekommen.
Stürmer Marcel Carl ist beim 1. FC Saarbrücken nicht so richtig angekommen. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Stürmer des 1. FC Saarbrücken trifft an diesem Samstag auf seinen alten Verein Astoria Walldorf. Von Patric Cordier

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Der Titel einer beliebten täglichen Fernsehserie „gilt so auch im Sport und besonders im Fußball“, sagt Marcel Carl, Stürmer in Diensten des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken.


Die Saison 2017/18 war für Carl eine herausragende Zeit. Er erzielte in 34 Liga-Spielen für Astoria Walldorf 15 Tore, war damit hinter Karl-Heinz Lappe (FSV Mainz II, 35 Spiele, 22 Tore) sowie den beiden Saarbrückern Patrick Schmidt (30 Einsätze) und Kevin Behrens (35 Spiele) mit jeweils 19 Treffern die Nummer vier der Torjägerliste der Liga. „Ich habe in Walldorf immer noch viele Freunde. Wir hatten eine gute Truppe. Da war ja beispielsweise auch Timo Kern, der jetzt eine herausragende Saison in Mannheim spielt“, erzählt Carl. Nach seinem Wechsel ins Saarland hat er noch nicht zu alter Form gefunden. „Woran es liegt? Das habe ich mich selbst oft gefragt. Dabei gebe ich mehr Gas als im vergangenen Jahr. Muss man ja auch, wenn man nicht zur ersten Elf gehört.“

In dieser Spielzeit bringt es der in Calw geborene 25-jährige Mittelstürmer bislang auf drei Tore und zwei Vorlagen in 19 Liga-Einsätzen, in denen er nur zweimal durchspielen durfte. „Das haben sich beide Seiten sicher ganz anders vorgestellt.“ Doch nicht nur Carls persönliche Saison verlief nicht zufriedenstellend. Trotz des wohl deutlich höheren Etats hat der FCS den Anschluss an Tabellenführer Waldhof Mannheim längst verloren. „Der Start in die Saison war eine Katastrophe. Dann hatten wir eine gute Phase und alle die Hoffnung, sie doch noch abfangen zu können. Nach der Niederlage in Mannheim war es dann aber vorbei.“



Am Samstag um 14 Uhr kommt mit Astoria Walldorf Carls Ex-Verein ins Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion. „Wir wollen Platz zwei halten und werden darum gewinnen“, sagt Carl, auch wenn er weiß, dass die Gäste noch um den Verbleib in der Liga bangen und jeden Zähler brauchen: „Sie haben einige junge, hungrige Spieler hochgezogen und glauben wieder an sich.“

Es ist genau dieses Selbstvertrauen, das Carl zuletzt fehlte. „Sebastian Jacob und Gillian Jurcher haben das bisher gut gemacht. Dann muss man sich auch mal hinten anstellen. Aber natürlich würde ich gegen meinen Ex-Club gerne dabei sein.“ Sein Vertrag in Saarbrücken läuft noch bis 2020. „Ich habe viel mit meinem Papa geredet“, erzählt der Sohn des früheren Bundesliga-Spielers Eberhard Carl, „er weiß, dass es immer solche Phasen gibt. Irgendwann trifft man dann wieder und weiß nicht, warum es vorher nicht geklappt hat.“

Auch Mannschaftskollege Tobias Jänicke ist für Carl ein wichtiger Bezugspunkt. Beide waren zuletzt für einen Kurztrip an die Ostsee. „Den Kopf freibekommen“, sagt Carl, der menschlich im Saarland angekommen ist, auf den sportlichen Durchbruch aber noch wartet. Saarbrücken zu verlassen, sei derzeit aber kein Gedanke. „Wenn Bayern München anruft, denke ich darüber nach“, scherzt Bayern-Fan Marcel, „ich habe mich letzte Saison bewusst für Saarbrücken entschieden. Als Stürmer bist du halt in der einen Situation der Depp, in der nächsten der Held. Ich hoffe, dass ich bald wieder der Held sein kann.“ Es wäre vielleicht der Anfang der lang ersehnten guten Zeiten für Marcel Carl beim FCS.