Manuel Feil und Sinan Tekerci schießen die SV Elversberg zum Derbysieg

Saarderby in der Regionalliga Südwest : Feil und Tekerci entnerven die FCS-Abwehr

Quirlige Elversberger Mittelfeldspieler sorgen für den Derbysieg. FCS hat während des gesamten Spiels keine echte Torchance.

Es läuft die 86. Minute im Derby zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken. Es steht 3:0 für die SVE, die Partie vor 6201 Zuschauern an der Kaiserlinde ist längst entschieden. Elversberg verliert den Ball am gegnerischen Strafraum, und der FCS versucht noch einen letzten Konter zu fahren. Elversbergs Sinan Tekerci hat allerdings etwas dagegen. Der 26-jährige Linksaußen der SVE zieht einen 60-Meter-Spurt an, grätscht FCS-Offensivspieler Sebastian Jacob ab und spielt den Ball wieder in die eigenen Reihen.

Eine Aktion, die den Spielausgang nicht veränderte, die aber sinnbildlich für die 90 Minuten stand. „Das war schon anstrengend, aber das hat heute alles ganz viel Spaß gemacht. Wir haben alle den Einsatz gebracht, den der Trainer gefordert hatte“, sagte Tekerci nach dem Spiel und streifte sich einen blauen Turban vom Kopf. Vor einer Woche verletzte sich der Deutsch-Türke beim 2:1 gegen den FSV Mainz 05 II und musste am Kopf fünf Mal getackert werden. „Das war nur ein Schutz wegen den Tackernadeln, Schmerzen spürt man bei so einer Kulisse sowieso nicht“, sagte der 25-Jährige, der in der sechsten Minute der Dosenöffner war. Nach einer abgefälschten Flanke von Lukas Kohler reagierte Tekerci am zweiten Pfosten am schnellsten, hielt den angeschlagenen Kopf hin und erzielte das 1:0.

Tekerci war überall auf dem Platz zu finden und nervte die Saarbrücker regelrecht. „Tekerci war 90 Minuten nur am Provozieren, lag auf dem Boden, und wir bekamen die Gelben Karten“, ärgerte sich FCS-Trainer Dirk Lottner, der wegen Meckerns ebenfalls Gelb sah.

Unabhängig von der Leistung des Unparteiischen Joshua Herbert kaufte die SVE dem FCS in allen Belangen den Schneid ab. Das Tekerci-Pendant auf der rechten Elversberger Offensivseite heißt Manuel Feil. Der 25-Jährige ist auch nur 1,70 Meter groß und genau so quirlig. Zwei Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als Feil nach einer Flanke von Fabian Baumgärtel im Saarbrücker Strafraum auftauchte. FCS-Torhüter Daniel Batz rutschte aus, der Ball ging an die Latte und Feil traf danach aus spitzem Winkel zum 2:0 ins lange Eck. „Ich wollte zuerst köpfen, bin aber auch ausgerutscht. Ich konnte nur noch aus der Drehung abschließen. Manchmal ist es besser, wenn man keine Zeit hat zu überlegen“, sagte Feil und erklärte damit seine vergebene Chance in der 70. Minute. Da lief er alleine auf Batz zu, bolzte und Batz lenkte die Kugel über das Tor. „Ich werde echt nervös, wenn ich so viel Zeit habe. Das nervt mich selber“, so Feil.

Noch genervter waren die Saarbrücker, die in 90 Minuten keine einzige Torchance in dem Topspiel hatten. Dafür gab es aber zwei Platzverweise. Pierre Vunguidica sah nach einem Foul an Lukas Kohler Rot (67.) und Mario Müller nach einer fragwürdigen Notbremse gegen Nils Winter (87.) ebenfalls Rot. „Wir haben uns von dieser ganzen Hektik nicht anstecken lassen. Das fand ich neben der sehr starken Leistung von meiner Mannschaft beeindruckend“, sagte SVE-Trainer Horst Steffen, der die teils tumultartigen Szenen während des Derbys in der Regel ruhig aus der Distanz anschaute. „Das bringt alles nichts. Ich möchte Vorbild sein und nicht durch solche Situationen die Kontrolle verlieren“, sagte der 50-Jährige.

Die letzte Kontrolle im Spiel hatte wieder Manuel Feil. Trotz jeder Menge Zeit am zweiten Pfosten wurde der 25-Jährige nicht nervös und verwandelte eine Flanke aus drei Metern zum 3:0-Endstand. „Der war nicht schwer, da gab es nichts zu überlegen“, sagte Feil mit einem Augenzwinkern nach dem Spiel.

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