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„Man darf uns nicht abschreiben“

„Man darf uns nicht abschreiben“

Dem Hamburger SV droht nach dem 1:1 im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten Karlsruher SC der erste Abstieg aus der Bundesliga. Die Leistung des HSV gibt Anlass zur Sorge. Nun regiert Zweckoptimismus.

Das Szenario war entlarvend. Der Hamburger Torschütze Ivo Ilicevic hatte bei seinem Interview-Marathon noch Zuversicht verbreitet, sein anschließender wütender Schlag gegen eine Werbebande verriet aber den wahren Gemütszustand: Nach dem schmeichelhaften 1:1 (0:1) am Donnerstagabend im Relegations-Hinspiel gegen den Karlsruher SC könnten beim Hamburger SV tatsächlich die Bundesliga-Lichter ausgehen.

Nur der Treffer des 28 Jahre alten Mittelfeldspielers in der 73. Minute hatte die HSV-Hoffnungen am Leben gehalten, den ersten Abstieg in der 128-jährigen Vereinsgeschichte verhindern zu können. Bis dahin waren die Gastgeber hektisch und unsortiert einem schnellen Rückstand durch den Treffer des Ex-Hamburgers Rouwen Hennings in der 4. Minute nachgelaufen.

Zudem musste es den Bundesliga-16. deprimieren, dass der Außenseiter mit dem Remis nicht mal zufrieden war - und das zu Recht. "Vorher hätten wir bei einem solchen Ergebnis gesagt: Wow! Aber jetzt . . .", haderte KSC-Trainer Markus Kauczinski. Auch Torschütze Hennings trauerte einem besseren Resultat nach: "Wir haben die bessere Ausgangslage, aber wir hätten noch das 2:0 schießen müssen."

Am Tag danach wurde viel gesprochen am Volkspark. Bruno Labbadia redete eine Viertelstunde lang auf seinen Kader ein, Einzeldiskussionen folgten. "Die Mannschaft hat auf dem Boden gelegen und ist wieder aufgestanden. Deshalb darf man uns nicht abschreiben", erklärte der HSV-Trainer. Sportdirektor Peter Knäbel freute sich darüber, "dass wir die Leute am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause geschickt haben".

Im Vorjahr zogen die Hanseaten in der Relegation mit einem 1:1 bei Zweitligist Spvgg. Greuther Fürth den Kopf nach dem 0:0 im Hinspiel gerade noch aus der Schlinge. Diesmal würde dieses Resultat nur für das Erreichen der Verlängerung genügen. Schon ein 0:0 reicht Außenseiter KSC vor eigenem Publikum am Montag (19 Uhr/ARD ), um nach sechs Jahren in die Erstklassigkeit zurückzukehren.