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Mal keine deutschen Festspiele

Mal keine deutschen Festspiele

In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Sprintfinale haben André Greipel und Marcel Kittel einen weiteren deutschen Etappensieg bei der 101. Tour de France verpasst. Stattdessen jubelte gestern ein Norweger.

André Greipel und Marcel Kittel trotzten nach den Anstrengungen der Alpen auch den Elementen, doch die Neuauflage der deutschen Sprinter-Festspiele blieb bei der 101. Tour de France aus. Bei der von heftigem Regen und Winden begleiteten 15. Etappe musste sich Greipel in einem dramatischen Massensprint als bester Deutscher mit dem vierten Platz begnügen, Kittel verfehlte beim Sieg des Norwegers Alexander Kristoff als Elfter die Top Zehn. Während die glücklosen Ausreißer Martin Elmiger (Schweiz) und Jack Bauer (Neuseeland) erst wenige Meter vor dem Ziel gestellt wurden und zu tragischen Helden wurden, zählte der Gesamtführende Vincenzo Nibali neben Kristoff zu den großen Gewinnern des dritten Tour-Wochenendes.

Lange Zeit hatte sich das Peloton gestern auf der 222 Kilometer langen Etappe von Tallard nach Nîmes mit extrem schlechtem Wetter herumplagen müssen, erst rund zehn Kilometer vor dem Ziel klarte es auf. "Wir haben halt kein Dach und können nicht auf besseres Wetter warten. Es war schwer, im Regen etwas zu sehen", sagte Greipel.

Beinahe hätte das Hauptfeld die beiden Flüchtlinge, die sich kurz nach dem Start auf die Reise gemacht hatten, komplett aus den Augen verloren. Elmiger und Bauer wehrten sich mit allen Mitteln gegen die heraneilende Meute, bei der Flamme Rouge, der Ein-Kilometer-Markierung, betrug der Vorsprung noch 15 Sekunden. Doch am Ende fehlten wenige Meter. Als Bauer die Ziellinie bereits in Sicht hatte, flogen die Top-Sprinter um Kristoff und Greipel doch noch vorbei. Der Neuseeländer vergoss im Ziel bitterliche Tränen.

"Es hat leider nicht geklappt. Jeder hat gesehen, wie knapp es war. Ich hatte nicht den Punch, weil ich auch sehr früh in den Wind musste", sagte Greipel, der den beiden Ausreißern "Riesenrespekt" zollte. Kittels Giant-Team kam nicht dazu, den in der ersten Tour-Woche mustergültig gezeigten Sprintzug aufzubauen. "Ich hatte heute einfach keine Eier, mit vollem Tempo in den Kreisverkehr zu gehen", sagte Teamkollege John Degenkolb.

Frustriert war auch der slowakische Sprint-Star Peter Sagan. Der 24 Jahre alte Träger des Grünen Trikots wurde Dritter und erreichte damit seine neunte Top-Fünf-Platzierung bei der Tour 2014 - zum ersehnten Sieg reichte es aber nicht. Am Ende fehlte auch das letzte Quäntchen Glück.

Dieses brauchte Nibali am Samstag nicht, um den nächsten Schritt zum Tour-Titel zu gehen. Auf der zweiten Alpen-Etappe nach Risoul baute der Italiener vom Team Astana durch seinen zweiten Platz hinter dem Polen Rafael Majka den Vorsprung in der Gesamtwertung aus - stolze 4:32 Minuten liegt Nibali vor dem Spanier Alejandro Valverde (Movistar). Nur ein schwerer Einbruch in den Pyrenäen kann den Sizilianer Nibali noch den ersehnten Triumph kosten. "Es war mir wichtig, alles zu kontrollieren und jede Attacke zu stellen. Das ist sehr gut gelungen", sagte der 29-Jährige. Heute dürfen sich die Radprofis von den Strapazen in den Alpen erholen.

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HIntergrundDer spanische Radstar Alberto Contador hat nach seinem verletzungsbedingten Ausscheiden bei der 101. Tour de France einen Start bei der Spanien-Rundfahrt fest eingeplant. "Es ist keine Frage, ob ich an der Vuelta teilnehme. Es ist die Frage, ob ich in Form sein kann. Ich möchte das Rennen in meiner Heimat genießen. Ich hoffe, dass die Heilung meines Beines gut verläuft", sagte der zweimalige Tour-Champion gestern. Contador war am vergangenen Montag auf der Vogesen-Etappe schwer gestürzt und hatte sich das Schienbein gebrochen. Die nächsten drei Wochen müsse er noch mit dem Training aussetzen, ergänzte Contador: "Die Entzündung ist schon zurückgegangen." dpa