Mainz kann keinen Abstiegskampf

Mainz · Der Fußball-Bundesligist rutscht in der Rückrunde in der Tabelle immer weiter ab.

 Der Mainzer Trainer Martin Schmidt gibt seiner verunsicherten Mannschaft Anweisungen vom Spielfeldrand. Foto: Weigel/dpa

Der Mainzer Trainer Martin Schmidt gibt seiner verunsicherten Mannschaft Anweisungen vom Spielfeldrand. Foto: Weigel/dpa

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Die geschlagenen Profis des FSV Mainz 05 standen Arm in Arm in einem Kreis. Doch nicht Trainer Martin Schmidt schwor sein Team nach dem ernüchternden 1:2 am Sonntag im Kellerduell beim FC Ingolstadt auf den harten Abstiegskampf ein - sondern ein Fan. Der Vorsänger war aus der Kurve auf den Platz gekommen.

Es war eine absurde Szene, die FSV-Verteidiger Stefan Bell als "wichtige Geste" bezeichnete, "dass wir das nur zusammen schaffen. Wir müssen noch enger zusammenrücken, wir müssen liefern und uns 100 Prozent den Arsch aufreißen. Wir müssen die Unterstützung zurückzahlen", sagte Bell vor dem Spiel morgen Abend (20 Uhr) gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig.

Lange hat Schmidt bis dahin nicht Zeit, um jene "Kerle" in seiner Mannschaft zu finden, "die den Druck und Stress wegstecken können". Für die 05er, die nur noch die Tordifferenz vom Relegationsplatz trennt, geht es plötzlich ums nackte Überleben in der Fußball-Bundesliga. Doch noch scheinen einige Profis beim FSV den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Man müsse jetzt erst einmal "alle auf denselben Punkt bringen, was es heißt, um den Klassenerhalt zu kämpfen", räumte Schmidt mit ernster Miene ein. Es bleibe "viel Arbeit, viel Kopfarbeit. Wir müssen die Kämpfe von der ersten Minute annehmen", forderte der Schweizer.

Dies war in Ingolstadt in der ersten Hälfte nicht der Fall. Schmidt stellte bei seinem Team "eine Verunsicherung" fest. Der Abstiegskampf gehe "an niemandem spurlos vorbei. Die anderen Ergebnisse haben uns noch mal einen reingehauen", sagte er und schloss die üblichen Durchhalteparolen an: "Wir müssen die Köpfe oben halten, an unseren Stärken arbeiten und wieder mutig spielen."

Dabei hatten sich alle in Mainz schon auf ein entspanntes Frühjahr eingestellt. Komfortable acht Punkte hatte der Vorsprung nach der Hinrunde betragen, auch die ungewohnte Belastung durch die Europa League war weggefallen. Der FSV leistete sich sogar den Luxus, seinen besten Offensivspieler Yunus Malli für zwölf Millionen Euro an den direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg zu verkaufen. Doch nun folgte die Quittung: Mainz hat in der Rückrunde erst acht Treffer erzielt und steckt auch deswegen in akuter Gefahr.