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Mads will's noch mal machen

Mads will's noch mal machen

Der Däne Mads Pedersen gehört derzeit zu den größten Radsport-Talenten und führt auch die Weltrangliste der Junioren an. Bei der Trofeo ist der Vorjahressieger erneut Favorit auf dem Gesamterfolg.

Die Dänen sind die erste Mannschaft, die am Abend vor der ersten Etappe der Trofeo Karlsberg im Speisesaal diniert: natürlich Nudeln. Währenddessen fahren die norwegischen und die britischen Junioren-Nationalteams noch immer die Strecke der ersten Etappe ab. Entspannte und gut gelaunte junge Gesichter unter den jungen Radfahrern - und ein Mads Pedersen, der mit seinen dänischen Mannschaftskollegen unbeschwert lacht und scherzt.

Dabei hatte ihr Sport in den vergangenen Jahren wenig zu lachen - und hat es bis heute nicht. Doch diese Jungs könnten das Licht sein, das der Radsport am Ende des langen Tunnels sieht - eine neue Generation, die trotz der schwierigen Phase die Faszination des Sports gepackt hat.

Allen voran Trofeo-Vorjahressieger Pedersen. "Radsport ist einfach mein Ding", sagt der junge Däne mit einem erfrischend unschuldigen Grinsen. Spätestens seit seinem Gesamtsieg im Jahr 2012 war klar, dass er einer der talentiertesten Nachwuchsfahrer ist. Bestätigt hat er die Erwartungen in diesem Jahr mit Siegen bei den Junioren-Rennen Paris-Roubaix und der Friedensfahrt. "Momentan läuft es bei mir sehr gut", sagt er, "ich will auch hier noch einmal gewinnen."

Pedersen ist Jahrgang 1995, war gerade sieben Monate alt, als Bjarne Riis als erster Däne in der Geschichte der Tour de France im gelben Trikot nach Paris gefahren ist. Die goldene Zeit des Radsports, dessen Ende sich nur zwei Jahre später ankündigen sollte, als mit dem Festina-Skandal während der Tour de France 1998 eine ganze Mannschaft von der Tour ausgeschlossen wurde. Dennoch dauerte es Jahre, bis der Radsport endgültig sein sauberes Gesicht verlor. Die Ära Lance Armstrong, die Fuentes-Affäre, die 2006 die Suspendierung von Jan Ullrich und Ivan Basso nach sich zog, und zu guter letzt die Dopinggeständnisse vieler ehemaliger Radprofis, haben die Glaubwürdigkeit des Radsports unterspült.

"Die älteren Radfahrer haben riesige Fehler gemacht", ärgert sich der Junge aus Tölöse, "unter denen wir jetzt leiden müssen." Nicht selten wird ihnen von Passanten während des Trainings einfach nur "Doping, Doping" nachgerufen. "Das Thema beschäftigt uns jeden Tag", erzählt Pedersen, "wir werden schließlich auch regelmäßig kontrolliert." Wer will es ihm und den anderen jungen Sportlern also verübeln, dass sie davon genervt sind? Sie haben schließlich nichts mit den damaligen Dopingsündern gemein. Bis auf die Leidenschaft für ihren Sport.

Diese Leidenschaft treibt Pedersen und seine Kollegen täglich an, sich über kilometerlange, graue Asphaltberge zu quälen. Diese Leidenschaft ist es auch, die ihm sein großes Ziel vor Augen bunt ausmalt. "Ich will Profi werden", sagt Pedersen, "aber ich weiß, dass es noch ein langer und harter Weg bis dorthin ist." Zuvor will der Schüler einer Wirtschaftsschule in Roskilde seinen Abschluss. "Es wird schließlich auch ein Leben nach dem Radsport geben", weiß er. Doch bis dorthin will er so oft wie möglich Erster werden. Auch in diesem Jahr bei der Trofeo Karlsberg.

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Auf Einen BlickDie zweite Etappe der Trofeo Karlsberg mit Start in Naßweiler und Ziel in Ludweiler gewann am Freitag der Brite Christopher Lawless nach einem Massensprint. An diesem Samstag stehen zwei Teilstücke auf dem Programm - ein Einzelzeitfahren von Gersweiler über Medelsheim und Seyweiler nach Walsheim (Start 9.15 Uhr) und ein Rundkurs mit Start und Ziel in Homburg (Start 15 Uhr). Die letzte Etappe beginnt am Sonntag um 12 Uhr mit Start und Ziel in Walsheim. aub