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Machtkampf tobt hinter den Kulissen der Formel 1

Saarbrücken. Es rumort gewaltig in der Formel 1. Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen dem Weltverband Fia und den Rennställen. Grund: die für 2010 verabschiedete freiwillige Budget-Obergrenze von rund 45 Millionen Euro - Fahrer-Gagen, Motor und Marketing-Aktivitäten ausgeschlossen. Die Etat-Grenze mit ihren technischen Anreizen soll neue Teams in die Formel 1 locken Von SZ-Redakteur Walter Koster

Saarbrücken. Es rumort gewaltig in der Formel 1. Hinter den Kulissen tobt ein Machtkampf zwischen dem Weltverband Fia und den Rennställen. Grund: die für 2010 verabschiedete freiwillige Budget-Obergrenze von rund 45 Millionen Euro - Fahrer-Gagen, Motor und Marketing-Aktivitäten ausgeschlossen. Die Etat-Grenze mit ihren technischen Anreizen soll neue Teams in die Formel 1 locken.


Mit der Deckelung des Etats verwandelt sich die "Königsklasse" in eine eine Zweiklassen-Gesellschaft. Denn: Rennställe, die sich freiwillig der Etat-Grenze unterwerfen, werden mit großen Freiheiten bei der Aerodynamik und der Motorenleistung ihrer Boliden belohnt. Andererseits bleiben Teams, die ungehemmt Geld in die Entwicklung ihrer Autos buttern, diese "Geschenke" verwehrt. Ihre Rennautos müssen 2010 nach dem Reglement von 2009 fahren.

Die Verordnung von Fia-Präsident Max Mosley bringt die Teams BMW, Ferrari, Toyota, Red Bull und Renault auf die Palme. 45 Millionen Euro bedeuten für sie eine utopisch niedrige Grenze, liegen ihre Etats trotz Sparmaßnahmen noch jenseits von 200 Millionen Euro. Sich der "brutalen Fia-Lösung" fügen, würde auch einen massiven Personalabbau von bis zu 300 Mitarbeiter bedeuten.



Ferrari, 1950 Formel-1-Gründungsmitglied, geht auf die Barrikaden. Die Italiener haben ihren Druck auf die Fia erhöht und ohne Wenn und Aber ihren Ausstieg angekündigt - falls es bei der Budget-Obergrenze bleibt. "Wenn sich die Regeln für 2010 nicht ändern, werden wir nicht an der Formel 1 teilnehmen", hieß es in einer Pressemitteilung. Renault schloss sich den Aufständischen an: "Wir können nicht in einer Meisterschaft mit verschiedenen Regeln starten." Und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sagt, man sei nicht generell gegen eine Kostenbremse, es gehe nur um die "richtige Zahl. Es wäre ein gleitender Pfad über zwei, drei Jahre denkbar". Toyota-Team-Präsident John Howett erklärt: "Wenn sich nichts ändert, können wir uns für 2010 nicht einschreiben." Die Einschreibefrist für die kommende Formel-1-Saison läuft vom 22. bis 29. Mai.