Lukas Kwasniok wird neuer Trainer beim 1. FC Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Neuer Trainer : Kwasniok soll den FCS in die 3. Liga führen

Überraschung bei Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken: 38-jähriger Trainer erhält Vertrag bis Sommer.

Der Fan-Shop des 1. FC Saarbrücken in der Katholisch-Kirch-Straße war am Montag vor Heiligabend geschlossen, dennoch bekamen die Anhänger des Fußball-Regionalligisten ihr vorgezogenes „Weihnachtsgeschenk“: Lukas Kwasniok ist ab 1. Januar neuer Cheftrainer der Blau-Schwarzen. Der Vertrag des 38-jährigen gebürtigen Gleiwitzers läuft zunächst bis zum Saisonende. Der Auftrag ist der gleiche wie bei seinem Vorgänger Dirk Lottner – Aufstieg in die 3. Liga.

Schafft es Kwasniok mit dem FCS, den derzeitigen Platz an der Sonne auch am Saisonende innezuhaben, verlängert sich das Arbeitsverhältnis um ein Jahr. „Die Mannschaft steckt voller Qualität. Die gilt es in den verbleibenden 14 Liga-Spielen konstant abzurufen“, weiß der gebürtige Pole, worauf es in den kommenden Monaten ankommen wird, „ich freue mich ungemein auf diese neue Herausforderung. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam den Aufstieg meistern werden.“

Vor der Vertragsunterzeichnung in Saarbrücken hatte Kwasniok am Montagmorgen seinen trotz Freistellung im September noch laufenden Vertrag beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena aufgelöst. Den hatte Kwasniok im Sommer noch vor dem sicher geglaubten Abstieg bewahrt, nachdem er im Dezember 2018 als Trainer angefangen hatte und kurz darauf in Personalunion auch Jenas Sportdirektor wurde. Vor seiner Beschäftigung in Thüringen arbeitete Kwasniok gut zwölf Jahre erfolgreich im Nachwuchsbereich, unter anderem beim kommenden FCS-Gegner im DFB-Pokal, dem Karlsruher SC. In Karlsruhe, wo er aufgewachsen war, saß er 2016 für zwei Spiele sogar auf dem Stuhl des Cheftrainers.

Mit Kwasniok kommt „ein sehr ehrgeiziger und akribischer Trainer“, sagte FCS-Sportdirektor Marcus Mann, „er hat uns in mehreren Gesprächen von seiner Philosophie und Spielidee überzeugt.“ Kwasniok gilt als Freund des 4-4-2-Systems mit Doppelsechs. Er soll der Mannschaft genau das mitgeben, was Lottner zuletzt nicht mehr vermitteln konnte. „Er ist ein sehr reflektierter Mensch, bei dem wir die feste Überzeugung haben, dass er mit seiner Ansprache und seinen Emotionen der Mannschaft neue Impulse gibt“, formuliert der sportliche Leiter Mann die Erwartungen.

Zuvor hatten einige Trainernamen in Saarbrücken die Runde gemacht. Claus-Dieter „Pele“ Wollitz (am Freitag Vertragsauflösung beim Regionalliga-Spitzenreiter Energie Cottbus) wurde ebenso gehandelt wie Timo Rost (verlängerte beim Regionalliga-Bayern-Vierten SpVgg. Bayreuth) oder seit seiner Freistellung am Sonntag Stefan Krämer (1. FC Magdeburg). Wollitz unterschrieb übrigens am Montag in Magdeburg.

Kwasniok ist eine Überraschung – ähnlich wie sein Vorgänger es war. „Wir gehen unseren Weg weiter“, sagte Mann schmunzelnd, „Kwasniok haben wir schon länger auf dem Schirm. Er war bis zum Sommer sicher einer der interessantesten jungen Trainer in Deutschland, nicht nur, weil er 2018 den Fußballlehrer-Lehrgang als Jahrgangsbester mit 1,0 abgeschlossen hat. Er ist sicher kein Laptoptrainer. Und dass es jetzt in Jena nicht mehr funktioniert hat, lag sicher nicht an seiner Trainerqualität.“ An diesem Freitag stellt sich Kwasniok den Medienvertretern vor, am 3. Januar beginnt dann die Arbeit auf dem Trainingsplatz.