Luftveränderung war nötig

Luftveränderung war nötig

Der 1. FC Saarbrücken hält sich mit seiner Zielvorgabe für die neue Saison zurück, die Spieler halten sich daran. Neuzugang Marwin Studtrucker lässt immerhin durchblicken, dass es ganz nach oben gehen kann.

Als Marwin Studtrucker vor einigen Wochen seinen besten Freund Maximilian Oesterhelweg besuchte, war ein Wechsel des damaligen Esseners ins Saarland absolut kein Gedanke. "Maximilian spielt ja bei der SV Elversberg ", erzählt "Studti", der mittlerweile das Trikot des Fußball-Regionalliga-Konkurrenten 1. FC Saarbrücken trägt: "Wir waren dann gemeinsam in der Saarbrücker Innenstadt. Und ich sagte noch: Es ist sehr schön, hier lässt es sich sicher gut leben." Davon kann er sich nun selbst überzeugen.

Studtrucker hat beim West-Regionalligisten RW Essen ein Seuchenjahr hinter sich. Eine Verletzung jagte die nächste. "Fast alles war muskulärer Natur. Dazu ein Sehnenriss im Knie, eine Kapselgeschichte am Sprunggelenk. Und wenn andere Offensivspieler dann auch noch treffen, hast du halt weniger Einsatzzeit", erinnert sich der Neu-Saarländer: "Aber ich bin ja schon länger dabei und habe mich dadurch nicht verückt machen lassen."

Dennoch war es wohl Zeit für eine Luftveränderung. Nach der Anfrage von FCS-Sportchef Marcus Mann beim Berater gab es ein langes Telefongespräch mit Trainer Dirk Lottner, "und der hat mich dann vollends überzeugt", erzählt "Studti": "Der FCS ist wie RWE ein Traditionsverein, auch wenn sie in Essen mit dem Stadion schon einen Schritt weiter sind." Der Umbau des Ludwigsparkstadions hat ja erst begonnen.

Seit Freitag schindet sich Studtrucker mit dem FCS im Trainingslager an der Sportschule Bitburg für die kommende Saison. "Wir wollen intensiv arbeiten und uns in diesen Tagen auf engstem Raum noch besser kennenlernen", gibt Trainer Dirk Lottner die Richtung vor: "Gerade weil wir so viele Neuzugänge haben, ist das ein sehr wichtiger Prozess." Am Donnerstag beim 3:0 Testspiel-Erfolg gegen den Oberligisten Hertha Wiesbach (Tore von Jens Meyer, Patrick Schmidt, Johannes Rossfeld) durften Neue und Bekannte jeweils eine Halbzeit spielen. Mittelfeldspieler Studtrucker kam auf der linken Außenbahn zum Einsatz. "Links oder rechts ist mir eigentlich egal", sagt der 26-Jährige: "Meine Lieblingsposition ist aber schon die Zentrale. Da wurde ich auch ausgebildet." Mit zwölf Jahren kam er zu Arminia Bielefeld , wo sein Vater Stefan in der Zweitligamannschaft Publikumsliebling war. "Früher wollte ich immer mehr Zweitligaspiele machen als mein Daddy (es steht 3:32 gegen den Junior), heute bin ich nur stolz auf meinen Vater."

Marwin hat vor dem Einstieg in den Profifußball eine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen. "Das kann nicht jeder von sich sagen, mir war das sehr wichtig", sagt er: "Vielleicht setze ich irgendwann noch ein Studium obendrauf, aber jetzt steht der Fußball im Mittelpunkt." Größtes Hobby des 1,72 Meter kleinen Fußballers sind Reisen. "Ich war schon in halb Europa, Südafrika, den USA. Ich liebe es, andere Kulturen kennenzulernen."

Schnell gelernt hat er die offizielle Zielvorgabe des Vereins. Denn obwohl das neue FCS-Team auf dem Papier deutlich stärker zu sein scheint als das der letzten Saison, hält man sich mit dem Wort Relegation sehr zurück. "Ich kenne die Liga ja noch nicht so gut", begründet Studtrucker seine Zurückhaltung, räumt aber immerhin ein: "Wenn wir als Mannschaft weiter so zusammenwachsen, kann sicher einiges gehen."

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Der 1. FC Saarbrücken bestreitet zum Abschluss des Trainingslagers in Bitburg heute noch ein Testspiel. In Laubach trifft die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner um 18.30 Uhr auf den Drittligisten Fortuna Köln. Am kommenden Samstag testet der FCS auch noch in Völklingen gegen den Oberligisten SV Röchling (18 Uhr). In die Regionalliga Südwest startet der FCS mit einem Heimspiel am 6. August gegen den SSV Ulm. Weiter geht es mit der Partie am 14. August in Koblenz. An den ersten beiden Spieltag stehen also direkt Begegnungen gegen zwei Aufsteiger auf dem Programm. cor/red

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