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Stadionumbau in Saarbrücken
„Meilenstein“ auf dem Weg zur neuen Arena

Die ersten Vorarbeiten am neuen Hauptgebäude des Saarbrücker Ludwigspark-Stadions sind bereits erfolgt. Heute erfolgt die offizielle Grundsteinlegung.
Die ersten Vorarbeiten am neuen Hauptgebäude des Saarbrücker Ludwigspark-Stadions sind bereits erfolgt. Heute erfolgt die offizielle Grundsteinlegung. FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Heute ist die Grundsteinlegung für das neue Hauptgebäude des Saarbrücker Ludwigsparkstadions. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Von Patric Cordier

Der 22. August 2018 wird in die Geschichte des 1. FC Saarbrücken eingehen. Nicht wegen des Regionalliga-Spiels am Abend beim TSV Steinbach. Heute um 11 Uhr findet die Grundsteinlegung im Saarbrücker Ludwigspark statt – die Zukunft des Vereins im alten Heimstadion und nicht mehr in der Fremde in Völklingen rückt bedeutend näher. „Der Umbau des Ludwigsparkstadions ist aus sportpolitischen Gründen für das Land und für die Entwicklung der Landeshauptstadt ein wichtiges Projekt“, sagt Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und betont: „Ein modernes und konkurrenzfähiges Stadion ist ein Standortfaktor für die Region.“


In den letzten Tagen wurden die Arbeiten am neuen Hauptgebäude noch einmal forciert. Mit schwerem Gerät wurde die Betondecke des Erdgeschosses gegossen. Darauf wird heute der Grundstein mit der obligatorischen Zeitkapsel gelegt. „Wir sind beim Rohbau des Funktionsgebäudes im Zeitplan“, stellt Saarbrückens Baudezernent Professor Heiko Lukas fest und erinnert daran, dass neben dem Festakt heute noch ein anderer Termin ansteht: „Gespannt sind wir auf die Submission der Angebote für den Tribünenbau, das wird ja ein wesentlicher Auftrag des Projekts.“ Submission ist der Fachbegriff für die Abgabe eines Angebots für eine zu erbringende Leistung.

Dabei handelt es sich in diesem Fall vor allem um Betonfertigteile, die später auf dem Hauptgebäude zur neuen Tribüne zusammengefügt werden. Und weil die Teile standardisiert sind, werden sie auch bei den übrigen Tribünen Verwendung finden. Insgesamt rund 900 Fertigteile werden verbaut sein, wenn die bisher vorgesehene Ausbaustufe mit 16 003 Plätzen Anfang 2020 fertig gestellt sein sollte. Das Auftragsvolumen dieser Ausschreibung beträgt nach Informationen unserer Zeitung fast vier Millionen Euro. Damit ist es neben der Stahlkonstruktion der Dächer sowie dem Elektro- und Innenausbau einer der größten „Brocken“ des mit inzwischen 28 Millionen Euro (ganz zum Anfang standen 16 Millionen) veranschlagten Gesamtprojekts. Aufgrund der Komplexität der rechtlichen Vorgaben des Verfahrens ist allerdings erst Ende September mit der Veröffentlichung des beauftragten Unternehmens zu rechnen.



„Neben den Bautätigkeiten forcieren wir derzeit auch die Entwicklung des Betriebskonzepts für das Stadion und arbeiten den Stadionmietvertrag für den 1. FC Saarbrücken als Hauptmieter aus“, erklärt die künftige Hausherrin Britz. Das Fehlen eines schlüssigen Betriebskonzepts wird von den Kritikern des Projekts neben den Kosten als ein zentraler Kritikpunkt genutzt. Denn auch die American Footballer sollen die Sportstätte nutzen, Konzerte stattfinden oder Kongresse möglich sein. Nur durch eine umfassende Vermarktung der Immobilie neben dem Fußball ist ein kosteneffizienter Betrieb möglich.

„Mit dem 1. FC Saarbrücken sind wir in einem kontinuierlichen und immer intensiveren Austausch in der detaillierten Planung des Stadions. Das betrifft zum Beispiel die Gestaltung der Vorfläche der Westtribüne sowie der anderen Zugänge zum Stadion“, sagt Baudezernent Lukas: „Es geht darum, wie Besucherströme gelenkt werden, Eintrittskontrollen erfolgen und vieles mehr. Diese Abstimmung ist für den späteren Betrieb an Spieltagen wichtig, auch um den Personalaufwand kalkulieren zu können.“

Sport- und Innenminister Klaus Boullion hat seine Teilnahme an der Feierstunde wegen einer Plenarsitzung im Landtag abgesagt. Neben Britz, Lukas und Sportdezernent Harald Schindel werden seitens des FCS der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Hälsig und Schatzmeister Dieter Weller sowie zehn Vertreter ausgewählter Fanclubs mit dabei sein. Sie dürften ihr Anliegen einer kompletten Victor’s Tribüne – hier soll der Unterrang an den Seiten bislang nicht ausgebaut werden – noch einmal vortragen. Lukas hatte vor einigen Wochen schon die „Vorgezogene Erweiterung der Nordtribüne“ nicht gänzlich verworfen, „wenn sich herausstellt, dass Aufträge deutlich günstiger wie geplant abgewickelt werden können und dadurch Mittel frei werden“. Bei einem Komplettausbau des Stadions auf dann 18 017 Zuschauerplätze würden aber zusätzliche Folgekosten entstehen, die unabhängig von der Auslastung auch von künftigen Mietern aufgebracht werden müssten.

„Diese Grundsteinlegung ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Ludwigsparkstadion“, sagt FCS-Präsident und Hauptsponsor Hartmut Ostermann, der wegen geschäftlicher Termine nicht teilnehmen kann: „Darüber freuen wir uns. Aber die Freude wird ungleich größer sein, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und wie angekündigt zur Rückrunde der Saison 2019/2020 in der neuen Arena gespielt werden kann.“

Ein Blick vom neuen Hauptgebäude auf das Spielfeld und das, was von der alten Victor’s-Tribüne im Park noch übriggeblieben ist.
Ein Blick vom neuen Hauptgebäude auf das Spielfeld und das, was von der alten Victor’s-Tribüne im Park noch übriggeblieben ist. FOTO: Andreas Schlichter