Luca Toni marschiert ins Abseits

München. Beim Fußball-Bundesligisten Bayern München geht es in der Woche des Umbruchs in der Führungsetage turbulent zu. Vor der Jahreshauptversammlung am kommenden Freitag, bei der Manager Uli Hoeneß nach 30 Jahren ins Präsidenten-Amt wechselt, brauchen die Münchner heute in der Champions League gegen Maccabi Haifa (20.45 Uhr/Sat

München. Beim Fußball-Bundesligisten Bayern München geht es in der Woche des Umbruchs in der Führungsetage turbulent zu. Vor der Jahreshauptversammlung am kommenden Freitag, bei der Manager Uli Hoeneß nach 30 Jahren ins Präsidenten-Amt wechselt, brauchen die Münchner heute in der Champions League gegen Maccabi Haifa (20.45 Uhr/Sat. 1) einen Erfolg - und Schützenhilfe von Girondins Bordeaux, das zeitgleich gegen Juventus Turin nicht verlieren darf. Andernfalls müssen das Achtelfinale und 20 Millionen Euro Einnahmen bereits heute abschrieben werden.

Das zweite Aus in der Gruppenphase der Champions League nach 2002 würde die Stimmung bei der Hauptversammlung trüben. Hoeneß hätte sich ohnehin gewünscht, "dass wir im Sommer Meister geworden wären und jetzt als Tabellenführer den Stab übergeben könnten". Aber wichtiger als die sportliche Situation sei die hervorragende wirtschaftliche Basis im Verein, betonte er.

Kurz vor der Stabübergabe in der Führung bekannte er sich wie der scheidende Präsident Franz Beckenbauer zu Trainer Louis van Gaal. "Wir haben ihn geholt mit dem guten Gewissen und Glauben, dass er der Richtige ist. Er hat im Moment die Form noch nicht so richtig gefunden. Er ist noch auf der Suche", sagte Beckenbauer. Finden will van Gaal die Form heute. Sollte es wieder nicht glücken, weiß er: "Wenn eine Spitzenmannschaft keine Leistung bringt, wird die Kritik persönlicher und stärker. Die einzige Methode ist, den Fokus auf das Spiel und auf meine Spieler zu richten. Das mache ich."

Stürmer Luca Toni rückte sich derweil selbst erneut in den Fokus. Nachdem er vor zwei Wochen während des Spiels gegen Schalke (1:1) enttäuscht über seine Auswechslung in der Halbzeit die Arena verlassen hatte und deshalb mit einer Geldstrafe belegt worden war, sagte er gestern: "Ich würde gerne nach Italien zurückkehren, um die Tore zu schießen, die mich in die Nationalmannschaft zurückbringen." Der 32-Jährige schürte Wechselgelüste - und drückte sich drastisch zum Verhältnis zu van Gaal aus: "Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende." Der Trainer sagte dazu: "Wir können dieses Verhalten nicht verstehen und das haben wir schon deutlich gemacht."

Toni fehlt heute, da er eine Leistenzerrung hat. Franck Ribéry, dessen Frau Schweinegrippe hat, ist zwar nach seinen Knieproblemen auf dem Weg zurück in den Kader, kann aber gegen Haifa noch nicht spielen. Der Einsatz von Arjen Robben (Knieprobleme) ist fraglich.

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