Fußball: LSVS und Saarsport drohen massive Einschnitte

Fußball : LSVS und Saarsport drohen massive Einschnitte

Zahlen des Konsolidierungsberaters: Finanz-Situation beim Landessportverband ist offenbar noch schlechter als bislang angenommen.

Rechtsanwalt Michael J.W. Blank aus Völklingen, der als Konsolidierungsberater die Finanzen des in schwere Schieflage geratenen Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) unter die Lupe nimmt, hat am Montagabend ein erstes Zwischenergebnis seiner Arbeit vorgelegt. Sein vorläufiges Fazit liefert Blank in der Überschrift seiner Presseerklärung gleich mit. „Der LSVS ist mit tiefen Einschnitten aus eigener Kraft sanierbar“, lässt er verlauten.

Wie tief die Einschnitte sein werden, dazu lässt sich Blank nicht ein. Die Zahlen aber, die er präsentiert, lassen nichts Gutes ahnen. So beziffert Blank das strukturelle Defizit des LSVS auf 2,5 Millionen Euro. „Der LSVS verfügt über zwei getrennte Haushalte“, schreibt Blank, „der Haushalt 1 des LSVS erwirtschaftet im laufenden Geschäftsjahr 2018 vor Einleitung weiterer Sanierungsmaßnahmen bei einem Planumsatz von 14,3 Millionen Euro einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro. Der Haushalt 2 der Hermann-Neuberger-Sportschule (HNS) erwirtschaftet bei einem Planumsatz von 2,8 Millionen Euro einen Verlust in Höhe von 4,2 Millionen Euro.“

Die hohen Verluste der Sportschule schlüsselt Blank im Einzelnen wie folgt auf. Die Sportlermensa macht gut 678 000 Euro Minus, die Unterkünfte schlagen mit gut 554 000 Euro Minus zu Buche, die Schwimmhalle verursacht gut 431 000 Euro Verlust, das Haus der Athleten fast 400 000 Euro und die Multifunktionshalle gut 272 000 Euro. Auch der Fehlbetrag, den der LSVS gegenüber der Sportplanungskommission hat, ist laut Blank deutlich höher. Bisher waren Verbindlichkeiten von 4,1 Millionen Euro bekannt, Blank beziffert sie nun auf 8,5 Millionen Euro.

 Die Liquidität des LSVS ist, so Blank, bis zum 29. Juni dieses Jahres sichergestellt. Einen Tag später wird eine Kreditrate in Höhe von 260 000 Euro fällig.  

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