Mitgliederversammlung beim LSVS LSVS bekommt gutes Zeugnis ausgestellt

Saarbrücken · Harmonische Mitgliederversammlung beim Landessportverband. Schäfers Antrag scheitert, Satzung angepasst.

Auch die beiden Vorstände Joachim Tesche (links) und Johannes Kopkow standen den Mitgliedern bei der Mitgliederversammlung des LSVS Rede und Antwort.

Auch die beiden Vorstände Joachim Tesche (links) und Johannes Kopkow standen den Mitgliedern bei der Mitgliederversammlung des LSVS Rede und Antwort.

Foto: Andreas Schlichter

„Wir wissen, was passiert, wenn wir Geld ausgeben, das wir nicht haben“, brachte es ein Zwischenruf bei der Mitgliederversammlung des Landessportverbands für das Saarland (LSVS) am Dienstag auf dem Sportcampus Saarbrücken auf den Punkt. Nach dem Finanzskandal befindet sich der LSVS auf dem Weg der Konsolidierung, konnte das Minus im vergangenen Jahr auch dank verschiedener Einmaleffekte um rund 1,8 Millionen Euro verkleinern. Dennoch ist klar: „Wir werden bis weit in 2030er- oder sogar 2040er-Jahre an unseren Altverbindlichkeiten zu knabbern haben“, sagte LSVS-Vorstand Finanzen Joachim Tesche, der erneut betonte, dass eine Förderung des Sports über das sogenannte Sportachtel hinweg dringend erforderlich sei, „wir werden mittel- und langfristig ein Finanzierungsproblem bekommen.“

Aktuell bekam der LSVS vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ein gutes Zeugnis ausgestellt, auch wenn der Verband weiter „bilanziell überschuldet“ sei. Das Minus bezifferte Wirtschaftsprüfer Carsten Palm auf 5,39 Millionen Euro. „Wir haben den Jahresabschluss und den Lagebericht uneingeschränkt testiert und können die erforderliche Sorgfalt der Geschäftsführung bestätigen“, sagte Palm.

Der LSVS rühmt sich, dass man seit dem Skandal in Sachen Transparenz Meilensteine gesetzt habe. „Wir dürfen das Label ‚Transparente Gesellschaft‘ nutzen. Das können in ganz Deutschland nur zwei Sportorganisationen von sich behaupten“, sagte LSVS-Vorstand Johannes Kopkow. Dass beim Vortrag des Wirtschaftsprüfers dann aber Film-, Foto oder Tonaufnahmen untersagt waren, konterkariert die vertrauensbildenden Maßnahmen, zumal das Zahlenwerk letztlich positiv erscheint. Darum ist es positiv, dass mit Elmar Lauer nun ein „Good-Governance-Beauftragter“ gewählt wurde, der sich um Themen wie Transparenz und die Einbindung von Minderheiten kümmern soll.

Die harmonische Versammlung wurde nur einmal kurz kontrovers. Raphael Schäfer vom Leichtathletikverband stellte den Antrag, dass die erwarteten 980 00 Euro Jahresüberschuss des kommenden Jahres an die Mitgliederverbände ausgezahlt werden. „Wir stehen mit dem Rücken an der Wand, haben alle Personal- und Sachkosten“, begründete der Ex-Mittelstreckler. Laut Haushaltsplan würden aber ohnehin 350 000 Euro mehr in den Sport fließen, hielt Tesche dagegen und sprach von der Notwendigkeit einer konservativen Haushaltsführung. Dafür gab es eine klare Mehrheit.

Auch die Satzung wurde an mehreren Stellen angepasst. Auffälligste Änderung: Künftig muss jeder Mitgliedsverband mit mindestens einem Delegierten an Versammlungen teilnehmen. „Wir haben in den drei Jahren unserer Amtszeit von verschiedenen Verbänden weder Vorstand noch Delegierte gesehen“, erklärte Kopkow.

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