Lottners Ende beim FCS scheint besiegelt

Fußball-Regionalliga : Lottners Ende scheint besiegelt

FCS-Präsident Hartmut Ostermann kündigt zwischen den Zeilen die bevorstehende Trennung von seinem Trainer an.

Mit einem Heimsieg gegen Wormatia Worms kann der SV Waldhof Mannheim an diesem Samstag vorzeitig die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Südwest sicherstellen. Ein Erfolg, den der 1. FC Saarbrücken bei seinem zeitgleich um 14 Uhr im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion beginnenden Heimspiel gegen den FC Astoria Walldorf auch gerne gefeiert hätte. Doch Trainer Dirk Lottner hat es mit seinem Team zum dritten Mal in Folge nicht geschafft, das ausgegebene Ziel „Aufstieg in die 3. Liga“ zu realisieren. Darum scheint der Kölner den Rückhalt der FCS-Führung verloren zu haben.

„Wir werden uns sicherlich neu aufstellen müssen“, wird FCS-Präsident Hartmut Ostermann in der neuen Ausgabe des Magazins Forum zitiert. Geschäftsführerin von Forum ist Ostermanns Lebensgefährtin, die Redaktion sitzt im Victor’s Hotel im Deutschmühlental. Auch wenn sich der Präsident aus sportlichen Fragen zuletzt raushielt, darf das ganz klar als Fingerzeig gewertet werden. Sportdirektor Marcus Mann war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Dass es Lottner trotz des jeweils größten Etats der Liga nicht geschafft hat aufzusteigen, ist ein Vorwurf an den 47-Jährigen. Dass er nach drei Jahren kein funktionierendes Defensiv-Konzept hat, ein weiterer. Dass Lottner selten die Verantwortung für seine taktischen Fehler übernommen, sondern sich hinter den Aussetzern der Spieler versteckt hat (wie im Aufstiegshinspiel gegen 1860 München), ist offenbar auch bei Vize-Präsident Dieter Ferner auf Missfallen gestoßen.

Der hatte im vergangenen Sommer laut Forum großes Interesse an einer Verpflichtung von Bernhard Trares – dem Trainer, der mit dem SV Waldhof die Liga dominiert. Gleichzeitig soll Lottner über seinen Berater bei der SV Elversberg angeboten worden sein. Die Frage, warum der FCS dem Kölner trotzdem einen Zweijahresvertrag gegeben hat, bleibt offen. Es war wohl die Angst vor negativen Reaktionen nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Lottners Vorbereitung im vergangenen Sommer war schlecht, das räumte er selbst ein. Der Saisonstart war ein Desaster. So wuchs der Rückstand auf die Tabellenspitze schon früh. Und wirklich heran kam der FCS nicht. Die letzte Chance war der Auftritt in Mannheim (2:3). „Ich konnte die Mannschaft zur Pause nicht mehr fokussieren“, sagte Lottner damals nach der Partie – und das war beim Stand von 1:1. Bis dahin war der FCS vor 12 000 Zuschauern die bessere Mannschaft, fühlte sich aber durch eine Schiedsrichter-Entscheidung benachteiligt.

Das Verhältnis zu den Spielern, so schreibt es Forum, sei schon zuvor belastet gewesen. Lottner habe nur mit seinen „Lieblingen“ gesprochen, andere Spieler über Wochen keines Wortes gewürdigt. Es sollen sich etliche FCS-Profis bei Sportdirektor Marcus Mann über mangelhafte Sozialkompetenz des Trainers beschwert haben.

Genug Gründe offenbar für ein vorzeitiges Ende der Zusammenarbeit. Nach SZ-Informationen soll es im bis 2020 laufenden Vertrag auch ein Ausstiegsszenario inklusive einer Abfindung geben. Als möglicher Nachfolger wird immer wieder Stefan Krämer genannt. Klar ist, dass die Vereinsführung nach dem im Aktivenbereich zuvor eher unerfahrenen Lottner einen gestandenen Trainer sucht – wie Dirk Schuster oder Kenan Kocak. Beim FCS ist aber auch eine „große Lösung“, so Forum, denkbar. Vor allem der Name Jens Keller, zuletzt FC Ingolstadt, fällt im Präsidiums-Umfeld oft.

Mehr von Saarbrücker Zeitung