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Löw warnt vor den Walisern

Löw warnt vor den Walisern

Cardiff. Joachim Löw warnt vor Leichtsinn. Minutenlang schwor der 49-Jährige die deutschen Fußball-Nationalspieler gestern beim Training im Leipziger Zentralstadion, bei dem Sorgenkind Mario Gomez im internen Testspiel ins Tor traf, auf das Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel morgen (20.45 Uhr/ARD) gegen Wales ein

Cardiff. Joachim Löw warnt vor Leichtsinn. Minutenlang schwor der 49-Jährige die deutschen Fußball-Nationalspieler gestern beim Training im Leipziger Zentralstadion, bei dem Sorgenkind Mario Gomez im internen Testspiel ins Tor traf, auf das Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel morgen (20.45 Uhr/ARD) gegen Wales ein. "Es wird ein anderes Spiel als gegen Liechtenstein, wo wir wussten, dass wir gewinnen. Wales wird um die letzte Chance kämpfen", mahnte Löw. In Wales herrscht nach der 0:2-Heimpleite gegen Finnland zwar eine große Depression, aber vor einem halben Jahr hatte sich die DFB-Mannschaft nach dem 6:0-Hinspielsieg in Liechtenstein auch eine unerwartete Blöße beim anschließenden 3:3 in Helsinki gegen Finnland geleistet. Nun soll nach dem 4:0 gegen Liechtenstein am vergangenen Samstag der Vier-Punkte-Vorsprung auf Hauptkonkurrent Russland, der ein Spiel weniger bestritten hat, unbedingt behauptet werden. "Mein Wunsch ist, nicht in einer absoluten Drucksituation in die Partien im Oktober zu gehen", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff. Ein Endspiel am 10. Oktober in Moskau gegen Russland um den Gruppensieg und somit um das Direkt-Ticket zur WM 2010 in Südafrika soll vermieden werden - auf zwei Alles-oder-Nichts-Spiele gegen einen anderen Gruppenzweiten ist niemand scharf. "Wales ist für uns ein wichtiges Spiel auf dem Weg zur WM", betonte Löw. Er will zwar nach vorne spielen lassen, aber kontrolliert, wie Bierhoff berichtete: "Häufig wird von uns alles im Hurra-Stil erwartet. Wir müssen aber auch mal abgeklärt, intelligent gewinnen." Der Bundestrainer betrieb auch gestern Aufbauarbeit für den seit 643 Länderspiel-Minuten torlosen Stürmer Mario Gomez. Der Stuttgarter wird morgen im Millennium-Stadion erneut an der Seite von Lukas Podolski stürmen, daran ließ Löw keinen Zweifel aufkommen: "Er hat unser Vertrauen und wird es auch behalten." In Gesprächen mit dem Angreifer habe er diesen "nicht niedergeschlagen" erlebt, sondern kämpferisch. "Mario kann schon wahnsinnig viel", betonte Löw. Gomez, der beim VfB Stuttgart wie am Fließband trifft, ist sich selbst ein Rätsel: "Ich weiß nicht, woran es liegt, dass ich so durchhänge", sagte er und versprach: "Ich werde wieder mein Bestes geben."Auch an Miroslav Klose soll sich Gomez ein Beispiel nehmen. Der Münchner ballerte sich vor einem halben Jahr aus der Krise, als er nach unzähligen "Fahrkarten" beim 6:0 in Liechtenstein dann drei Mal in Finnland traf. "Vielleicht platzt bei Mario der Knoten, so, wie es damals bei Miro der Fall war", bemerkte Bierhoff. Der verletzte Klose (Sprunggelenks-Operation) war als zweimaliger Torschütze Sieggarant beim letzten Sieg in Wales. Am 8. September 2007 schwang beim 2:0 zudem Bastian Schweinsteiger in Abwesenheit von Michael Ballack das Zepter im zentralen Mittelfeld. Gestern musste Schweinsteiger wegen Adduktorenbeschwerden das Training abbrechen, laut Bierhoff handelte es sich aber um eine Vorsichtsmaßnahme: "Wir wollten kein Risiko eingehen." Groß verändern möchte Löw seine Elf nicht. Im linken Mittelfeld stünde der von Knie-Problemen genesene Piotr Trochowski als Alternative zu Marcell Jansen zur Verfügung, aber Löw lobte den Torschützen gegen Liechtenstein: "Marcell hat sehr engagiert gespielt."