Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Löw sucht noch den richtigen Dreh

Frankfurt. Nicht auf WM-Niveau: Vor dem Start ins neue Länderspiel-Jahr stellt Bundestrainer Joachim Löw eine Aufsehen erregende Diagnose. Doch wirklich beunruhigt scheint er vor dem Testspiel gegen Australien nicht. Sid-Mitarbeiterholger Schmidt

Der Weg auf Europas Fußball-Thron ist für die deutschen Weltmeister weit und steinig. "Im Moment haben wir nicht die einmalige Einheit wie bei der WM und sind von der Leistung her nicht auf diesem Niveau", sagte Bundestrainer Joachim Löw vor dem ersten Länderspiel des Jahres heute in Kaiserslautern gegen Australien (20.30 Uhr/ZDF ), der nächsten Etappe auf der langen Reise in Richtung EM-Titel 2016 in Frankreich .

Löw wirkte deshalb nicht besorgt, er nannte die Situation gar "normal". Doch er appellierte mit Blick auf die angespannte Lage in der EM-Qualifikation mit dem Spiel am Sonntag (18 Uhr/RTL) in Georgien an die Stars um Kapitän Bastian Schweinsteiger : "Wir müssen schauen, dass wir wieder eine Einheit werden, dahin kommen, wo wir hinwollen." Und das, betonte Löw, "geht nicht über Nacht, das ist ein Prozess von mehreren Monaten". In dieser Zeit sieht Löw auch sich selbst stark gefordert.

Es gelte schon jetzt, "nach und nach einen Kader zu finden" - für Frankreich , aber auch für die WM 2018 in Russland. Und, dieses Wort fiel immer wieder, spielerisch flexibler zu werden. "Wir müssen uns ein Stück weit neu erfinden", mahnte Löw. Den Spagat zwischen Weiterentwicklung und erfolgreicher Quali "müssen wir schaffen".

Erste Schritte sollen gegen Asienmeister Australien erfolgen. Neben dem neuen Spielführer Schweinsteiger, der erstmals seit dem WM-Finale zur Verfügung steht, will Löw die Rückkehrer Holger Badstuber und Ilkay Gündogan bringen. Badstuber wird sich wohl in einer Dreierkette versuchen dürfen. Dahinter steht diesmal nicht Stammtorhüter Manuel Neuer , der an einer Schleimbeutelentzündung im Knie laboriert und für Georgien geschont werden soll. "Ich möchte gewährleistet haben, dass wir am Sonntag körperlich und geistig in sehr gutem Zustand sind", sagte Löw.

Zu wichtig ist das Spiel in Tiflis angesichts der drei Punkte Rückstand auf Polen, das die Qualifikationsgruppe D anführt. Deshalb erwägt Löw, gegen Australien den ein oder anderen zuletzt arg beanspruchten Profi zu schonen. Im Tor dürfte Roman Weidenfeller an alter Wirkungsstätte den Vorzug vor Ron-Robert Zieler erhalten. Die Entscheidung soll erst heute Vormittag fallen.

Löw erwartet überdies, "dass wir uns als Mannschaft das notwendige Feuer holen" für Georgien. Zudem sollen die Aussies als Blaupause herhalten für den "heißen Herbst" (Löw) mit Duellen in Irland und Schottland. "Wir spielen das ganze Jahr über gegen Mannschaften, die wahnsinnig defensiv orientiert sein werden. Da ist immer das Thema: Wie können wir so ein Bollwerk knacken", sagte Löw. Die neue Dreierkette in der Defensive soll dabei ebenso helfen wie eine mögliche Rückkehr zur Doppelspitze. Löw kündigte an, im Laufe des Jahres "das ein oder andere ausprobieren" zu wollen. Dabei sei er "bereit, den Spielern Fehler zuzugestehen. Man darf sich nicht vorstellen, dass sich alles auf Knopfdruck ändert."

Letzteres gilt vor allem für das Personal. Noch 16 Weltmeister hat Löw in seinem 23-köpfigen Kader, darunter den formschwachen Lukas Podolski . Junge Spieler wie Emre Can, Kevin Volland, Max Meyer oder Leon Goretzka, die Löw explizit nannte, will er erst ab Sommer - nach der U21-EM - einbauen. Jetzt geht es erst einmal darum, Frankreich näher zu kommen. "Wir dürfen uns keine Punktverluste mehr erlauben", stellte Löw ultimativ klar.

Zum Thema:

Auf einen BlickDie voraussichtliche Aufstellungen für das Länderspiel heute Abend in Kaiserslautern (20.30 Uhr/ZDF ):Deutschland: Weidenfeller (Borussia Dortmund /34 Jahre/4 Länderspiele ) - Höwedes (Schalke 04/27/31), Mustafi (FC Valencia /22/6), Badstuber (FC Bayern/26/30) - Khedira (Real Madrid /27/53), Schweinsteiger (FC Bayern/30/108), Gündogan (Dortmund/24/8) - Bellarabi (Bayer Leverkusen /24/4), Özil (FC Arsenal /26/62), Podolski (Inter Mailand /29/121) - Kruse (Mönchengladbach/27/10).Australien: Ryan (FC Brügge/22/19) - Franjic (Torpedo Moskau/27/18), Sainsbury (PEC Zwolle/23/10), Wilkinson (Jeonbuk Hyundai Motors/30/12), Behich (Bursaspor/24/10) - Milligan (Melbourne Victory/29/38), Jedinak (Crystal Palace/30/56) - Burns (Wellington Phoenix/26/10), Luongo (Swindon Town/22/11), Leckie (FC Ingolstadt 04 /24/22) - Juric (Western Sydney Wanderers/23/10). dpa