Lions-Lauf in Lebach: Spanier stellt Jahresweltbestleistung auf

Leichtathletik : Jahresweltbestleistung beim Lions-Lauf

Der Zwölf-Stunden-Lions-Lauf in Lebach ist bei Hobby- und Leistungssportlern gleichermaßen beliebt. Bei der elften Auflage gab einer aber ganz besonders Gas: Ivan Penalba Lopez.

Samstagnachmittag um kurz nach 16 Uhr im Lebacher Stadion an der Dillinger Straße: Beim Lions-Lauf des Lions-Club Lebach und des TV Lebach sind trotz stärker werdenden Regens viele Läufer auf der Bahn. Die meisten davon lassen es gemütlich angehen, halten ein Schwätzchen mit Mitstreitern oder haben sogar den Nachwuchs mit dabei.

Doch ein Mann gibt richtig Gas: Im weißen Trikot und mit der Startnummer 222 dreht der Spanier Iván Penalba Lopez seine Runden schneller als alle anderen. Denn der aus Valencia stammende Läufer hat ein großes Ziel: eine neue Weltjahresbestleistung für Zwölf-Stunden-Läufe aufzustellen.

Knapp drei Stunden später hat der Mann sein Ziel erreicht. Mit exakt 155,5336 Kilometern hat der Ausdauersportler seine eigene, am 12. Mai dieses Jahres in Los Alcazares in Spanien aufgestellte Bestmarke von 155,245 Kilometern knapp übertroffen. Der Weltrekord des Amerikaners Zach Bitter liegt bei exakt 163 Kilometern.

„Ich bin glücklich, das ist für mich ein außergewöhnlicher Tag“, jubelte der 27-Jährige. „Durch den Regen war der Lauf sehr schwer. Aus Spanien bin ich anderes Wetter gewöhnt“, ergänzte Lopez und lachte. Seine Bestmarke wird allerdings wohl keinen Eintrag in die offiziellen Listen der internationalen Ultralauf-Vereinigung finden. Denn dafür muss die Veranstaltung dort angemeldet sein. Und das war der Lions-Lauf nicht.

Aber wie kam der Spanier überhaupt dazu, den Rekordversuch ausgerechnet in Lebach anzugehen? „Ich war vor vier Wochen bei Freunden bei einem Lauf der LLG Wustweiler in Illingen. Die haben mir davon erzählt. Und weil ich die Leute hier im Saarland nett und liebevoll finde, habe ich mich dazu entschlossen, nach Lebach zu kommen“, verrät der 27-Jährige.

Lopez war während des Aufenthalts bei Jürgen Lauenstein, einem der Organisatoren, untergebracht. Der konnte sich nicht nur über den Besuch des heimlichen Stars des Laufs, sondern auch über eine insgesamt gelungene Veranstaltung freuen. Mit 533 Teilnehmern gab es trotz der mäßigen äußeren Bedingungen mehr Starter als vor einem Jahr (506).

„Als es am Morgen geregnet hat, war ich sehr angespannt. Aber zwischen 12 und 16 Uhr sind doch viele Läufer gekommen. Ich bin sehr glücklich, dass wir diese Teilnehmerzahl erreicht haben“, erklärte Lauenstein. Mehr Läufer bedeutet nämlich mehr Geld für die gute Sache: Der Lions-Club spendet seinen Teil des Gewinns für einen guten Zweck. In diesem Jahr wird das Kinder-Palliativzentrum Homburg unterstützt. Wie viel Geld genau zusammengekommen ist, steht noch nicht fest, da noch die exakte Höhe der eingegangenen Spendengelder eruiert werden muss. Lauenstein sagte: „Wir rechnen damit, dass der Betrag um die 5000 Euro liegt.“

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