Lion Schweers soll die Abwehr des Regionalligisten SV Elversberg verstärken

Kostenpflichtiger Inhalt: Regionalliga Südwest : Schweers soll es Gegnern schwer machen

Ein Transfer mit Seltenheitswert: Innenverteidiger Lion Schweers könnte die Abwehr der SV Elversberg verstärken.

Wenn es für die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg in der Winterpause überhaupt einen Grund gab, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden, dann nur auf zwei Positionen. Offensivspieler Ma-Buaka „Chance“ Simakala (Roda Kerkrade) wurde für den immer noch verletzten Israel Suero (Knochenödem) verpflichtet.

Und in der Innenverteidigung lief es in der kompletten Hinrunde nicht richtig rund. Abwehrchef Torben Rehfeld stand zwar in allen 20 Spielen jede Minute auf dem Platz, aber beim zweiten Innenverteidiger gab es Probleme. Oliver Oschkenat und Mike Eglseder bekamen beide mehrfach ihre Chance, konnten sie aber nie nutzen. „Beide haben nicht so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber es haben in der aktuellen Vorbereitung alle wieder die Chance, um den Stammplatz zu spielen“, erklärt SVE-Sportdirektor Ole Book.

Und mit alle ist auch Lion Schweers gemeint. Der 23-Jährige wurde vor einer Woche vom Drittligsten Würzburger Kickers für ein halbes Jahr ausgeliehen und dürfte die besten Chancen auf den zweiten Platz in der Innenverteidigung haben. „Darüber mache ich mir aktuell keine Gedanken. Ich bin zunächst einmal froh und dankbar, dass ich so toll in der Mannschaft aufgenommen wurde. Das ist selten bei externen Spielern“, sagt Lion Schweers.

Seltenheitswert hat der gesamte Transfer in der Geschichte der SVE. Schweers hat bereits 101 Spiele in der 3. Fußball-Liga absolviert. Solch erfahrene Spieler hat die SVE bereits zuhauf in den vergangenen Winterpausen verpflichtet, doch diese waren in der Regel zehn Jahre älter als der gebürtige Dortmunder. „Wir hatten auch ein bisschen Glück, dass das mit dem Transfer noch so gut geklappt hat“, sagt Ole Book. Felix Magath, der neue Berater der Kickers und des Würzburger Hauptsponsors Flyeralarm, hat angekündigt, dass die Kickers wieder zurück in die 2. Bundesliga sollen – und dementsprechend sind auch die Transfers der Würzburger in der Winterpause ausgefallen.

Als die Kickers dann am 28. Januar Innenverteidiger Niklas Hoffmann vom Zweitligisten FC St. Pauli verpflichteten, nahm Book sofort das Telefon in die Hand. „Wir hätten Lion schon im Sommer gerne gehabt. Als Würzburg jetzt noch einen Innenverteidiger holte, haben wir es noch mal probiert und es hat direkt geklappt“, erklärt Ole Book.

Doch wieso lässt sich ein 23-jähriger Jungprofi mit 101 Drittliga-Spielen auf die Regionalliga ein? „Ich möchte Spielpraxis und will mich weiterentwickeln. Ich kenne die Ziele, die Mannschaft und den Trainer. Das Gesamtpaket passt einfach, deshalb habe ich diesen Schritt gemacht“, sagt Schweers. Beim Drittligisten SC Preußen Münster hatte der beidfüßige Abwehrspieler vor vier Jahren sein Profi-Debüt gegeben – unter Trainer Horst Steffen wohlgemerkt. Jetzt sind beide Nordrhein-Westfalen wieder vereint.

Ob das letztlich auch der entscheidende Schachzug zum Aufstieg des aktuellen Tabellenzweiten war, steht noch in den Sternen. „Im Fußball ist nichts planbar, das hat man ja an meinem Wechsel gesehen. Es geht darum, immer besser zu werden und so der Mannschaft weiterzuhelfen. Alles andere ist zweitrangig und interessiert mich auch nicht wirklich“, sagt der Elversberger Winter-Neuzugang, der sich aber nicht nur um Fußball kümmert. „Ich habe mein Abitur in der Tasche und schaue mich gerade nach einem passenden Studium um. Ich finde Bildung sehr wichtig“, sagt der Innenverteidiger, der die SVE-Abwehr in der Rückrunde endlich zu einer stabilen Bank machen soll. Und dann hätte sich auch der Gang der Saarländer auf den Transfermarkt gelohnt.