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Lingor plant goldenes Happy End

Lingor plant goldenes Happy End

Unterhaching. Weltmeisterin Renate Lingor feiert ihr ersehntes Comeback - für gleich sieben Teamkolleginnen wird der Härtetest gegen England dagegen schon zum bitteren Abschied vom olympischen Fußball-Traum

Unterhaching. Weltmeisterin Renate Lingor feiert ihr ersehntes Comeback - für gleich sieben Teamkolleginnen wird der Härtetest gegen England dagegen schon zum bitteren Abschied vom olympischen Fußball-Traum. Nach dem letzten Heimspiel der deutschen Weltmeisterinnen vor der Abreise nach Peking heute Abend in Unterhaching (18 Uhr/ARD) muss Bundestrainerin Silvia Neid zum großen Streichkonzert schreiten und den noch 25-köpfigen Olympia-Kader auf 18 Glückliche reduzieren. "Der Abend nach dem Spiel wird für uns alle unangenehm werden", sagte die gesetzte Torhüterin Nadine Angerer voraus. Auch Neid erwartet "schwierige Vier-Augen-Gespräche".

Keine Angst um ihr Peking-Ticket muss Renate Lingor haben, obwohl die Spielmacherin des 1. FFC Frankfurt lange um ihre Olympia-Teilnahme bangen musste. Am 19. April im DFB-Pokal-Finale gegen den 1. FC Saarbrücken war sie nach einem Pressschlag mit Lisa Schwab auf der Schulter gelandet und hatte sich eine Schultereckgelenks-Sprengung zugezogen. Neids Freifahrtschein nun vor dem England-Spiel "ehre" sie. "Ich war überrascht", bekannte die 32-Jährige. "Es ist eine sehr große Erleichterung. Ich habe hart dafür gearbeitet."

Die 141-malige Nationalspielerin fühlt sich körperlich fit wie nie zuvor, Olympia soll der krönende Schlusspunkt ihrer Karriere werden. "Ich möchte nicht nur dabei sein, ich möchte eines meiner besten Turniere spielen", kündigte sie vor ihrem letzten Länderspiel auf deutschem Boden an. Lingor träumt von einem Happy End in Gold: "Die ganze Saison ist sehr unglücklich verlaufen - mit vielen Rückschlägen. So will man eine Karriere nicht beenden. Ich wollte das Ziel Olympia unbedingt erreichen."

Neid bezeichnete die Mittelfeldspielerin als "Waffe" im deutschen Spiel. Andere sind Wackelkandidaten für Peking: Neben den Nachwuchs-Torhüterinnen Alisa Vetterlein (VfL Sindelfingen) und Lisa Weiß (Essen-Schönebeck) hat Neid sieben Feldspielerinnen im Kopf, von denen fünf am Freitagmorgen nicht mehr mit zur Olympia-Einkleidung nach Mainz reisen werden. Da in Peking nur ein 18-köpfiger Kader erlaubt ist, will Neid bei den 16 Feldspielerinnen viel Wert auf Vielseitigkeit legen: "Wir brauchen Spielerinnen, die fit sind, nicht verletzungsanfällig und flexibel einsetzbar sind."

Vor den Engländerinnen zeigt die Bundestrainerin "Respekt". Bei der erfolgreichen WM vor einem Jahr in China reichte es nur zu einem 0:0 gegen die Frauen von der Insel. "Das Ergebnis ist nicht mega-wichtig. Es geht darum, dass wir uns einspielen", betonte Neid. Am 23. Juli folgt noch die Generalprobe in Sandefjord gegen Norwegen. Am 30. Juli geht es nach China, wo die "Operation Gold" am 6. August in Shenyang gleich mit der Neuauflage des WM-Endspiels gegen Brasilien beginnt. Nach zwei Mal Bronze will Neid den Olymp erstürmen: "Unser Ziel ist die Goldmedaille." dpa

"Ich möchte nicht nur dabei sein, ich möchte eines meiner besten Turniere spielen."

Renate Lingor