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Licht und Schatten im ständigen Wechsel

Licht und Schatten im ständigen Wechsel

Die HG Saarlouis steckt weiter im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga fest. Zu oft wechseln sich richtig gute Auftritte wie am Freitagabend mit grottenschlechten wie gestern Abend ab.

Es bleibt ein ständiger Wechsel von Licht und Schatten. Vor dem Doppelspieltag am Wochenende betrug der Vorsprung von Handball-Zweitligist HG Saarlouis auf den TV Neuhausen in der Tabelle ein Punkt. Am Freitagabend bauten die Saarländer diesen durch einen 30:24-Heimsieg gegen den EHV Aue auf drei Zähler aus. Gestern aber verpasste es die HG, im direkten Duell in Neuhausen nachzulegen und sich den Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib vom Leib zu halten. Nach der 25:32 (11:16)-Niederlage beträgt der Vorsprung wieder nur ein Zähler.

"Die Abwehr und dadurch auch die Torwartleistung waren nicht auf dem Niveau, das es braucht, um zu punkten", fand Trainer Heine Jensen klare Worte. Von Beginn an hatten die Gastgeber vor 813 Zuschauern den Takt vorgegeben. Neuhausen führte schnell mit 3:1 und wurde von Saarlouis nur kurz gestoppt: Nach 17 Minuten führten die Gäste zum ersten und zum letzten Mal - und zwar mit 7:6. In den folgenden fünf Minuten zog Neuhausen auf 11:7 davon. Beim Stand von 16:11 für die Hausherren wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause baute Neuhausen seinen Vorsprung aus (22:13, 39.). Saarlouis verkürzte bis zur 50. Minute noch einmal auf 20:24. Bis zum Abpfiff schraubte Neuhausen das Ergebnis jedoch auf 32:25 hoch. In der Schlussphase verabschiedete sich HG-Rückraumspieler Yann Polydore (50.) wegen der dritten Zeitstrafe vorzeitig zum Duschen.

Polydore war am Freitagabend die zentrale Figur des Heimerfolgs, wobei das ganze Team - im Unterschied zu gestern - eine geschlossen starke Leistung zeigte. "Wir haben gut ausgenutzt, dass bei Aue der eine oder andere Spieler gefehlt hat. Aber das haben wir sehr konsequent und gut gemacht", lobte Trainer Heine Jensen nach dem Heimspiel und hob die Abwehrleistung hervor: "Wir waren sehr viel beweglicher als in den letzten Spielen und kamen dadurch auch zu Kontertoren."

Besonders gut gefällt Jensen, wenn seine Mannschaft einen kühlen Kopf bewahrt. Auch damit machte sie ihn am Freitagabend glücklich. Denn ihr Vorsprung, der in der Spitze sieben Tore (12:5) betrug, schmolz nach Wiederanpfiff auf gerade einmal zwei Treffer (16:14). Doch mit der nötigen Ruhe und den insgesamt neun Toren von Polydore setzte sich Saarlouis wieder deutlicher ab.

"Mich überrascht es nicht, dass er so ein gutes Spiel gemacht hat", sagte Jensen über den Franzosen im rechten Rückraum, "ich sehe ihn ja jeden Tag im Training. Er hat insbesondere auswärts auch schon viele gute Spiele für uns gemacht." Seit Wochen zeigt der abwehrstarke Polydore ansteigende Form, der offensive Befreiungsschlag in der Stadtgartenhalle ließ allerdings bis Freitag auf sich warten.

"Seit Beginn der Rückrunde läuft es für mich immer besser und besser", sagte der 27-jährige Linkshänder und führt dies auch auf seine körperliche Fitness nach überstandener Sprunggelenksverletzung zurück. In der Hinrunde wirkte er oft noch verunsichert, das hat sich nun geändert. "Im Moment habe ich das Gefühl, dass alles passt, und nehme mir einfach alle Würfe", sagte Polydore. Gestern gelangen ihm vor seiner Roten Karte vier Tore.