Lendl soll Murray zu seinen größten Erfolgen verhelfen

Lendl soll Murray zu seinen größten Erfolgen verhelfen

London. Schon am 8. Dezember wurde der Weg für Ivan Lendl freigemacht. Nur hat es damals niemand verstanden. Es war der Tag, an dem Judy Murray ihren Vertrag als Fed-Cup-Chefin beim britischen Tennisverband unterschrieb

London. Schon am 8. Dezember wurde der Weg für Ivan Lendl freigemacht. Nur hat es damals niemand verstanden. Es war der Tag, an dem Judy Murray ihren Vertrag als Fed-Cup-Chefin beim britischen Tennisverband unterschrieb. Andy Murrays dominante Mutter muss sich damit weitgehend aus der Betreuung ihres Sohnes zurückziehen, den sie von frühester Kindheit an trainiert und bis zur Nummer vier der Weltrangliste geführt hatte.Jetzt übernimmt Lendl. Murray ist mit der Verpflichtung des achtmaligen Grand-Slam-Champions ein bemerkenswerter Coup gelungen. Gleichzeitig könnte es die endgültige Abnabelung von der Mutter bedeuten, die viele Beobachter der Szene schon lange für nötig halten. "Es war wichtig für mich, dass eine neue Person meinem Team beitritt und mir frische Anregungen bringt", erklärte der 24-Jährige.

Der 51 Jahre alte Lendl hatte sich nach dem Karriereende 1994 aus dem Tennis-Geschäft zurückgezogen. Erst 2010 tauchte er wieder als Tennisspieler bei Senioren-Events auf. Und nun steigt er mit Beginn der Australian Open am 16. Januar als Murrays Cheftrainer wieder ein.

"Ich bin begeistert davon, mit Andy zu arbeiten", sagte Lendl: "Er ist ein einzigartiges Talent." Lendl muss dem Schotten nicht mehr beibringen, wie man eine Vorhand vernünftig spielt oder einen Volley. Das alles hat Judy Murray längst erledigt. Viel wichtiger ist das Vermitteln mentaler Stärke. Sie hatte Lendl immer ausgezeichnet. 270 Wochen stand er an der Spitze der Weltrangliste, übertroffen nur von Pete Sampras und Roger Federer.

Im Olympia-Jahr 2012 lastet riesiger Druck auf Murray. Eine Medaille soll es schon sein bei den Spielen in London. Außerdem ist Murray von einer ganzen Nation dazu ausersehen, endlich als erster Brite seit Fred Perry 1936 das Turnier in Wimbledon zu gewinnen. Lendl übrigens hat das nie geschafft - der einzige Makel seiner Karriere. dapd

Foto: Latz/dapd

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