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Handball
Leise kriselt die HG

Wilhelmshaven. Handball-Zweitligist HG Saarlouis verliert auch beim Wilhelmshavener HV mit 26:31. Sebastian Zenner

Die HG Saarlouis steckt in einer tiefen Krise. Die 26:31 (12:17)-Pleite am Samstagabend beim Wilhelmshavener HV war für den Handball-Zweitligisten die vierte in Folge. Noch dazu gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Saarlouis hat nach der neunten Niederlage im neunten Auswärtsspiel als Tabellen-18. drei Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz.


„Wilhelmshaven hat nichts gemacht, was wir nicht erwartet hätten. Es gab keine Überraschung“, sagte der enttäuschte HG-Trainer Philipp Kessler. Trotzdem schaffte es sein Team nicht, die Stärken der Heimmannschaft im Zaum zu halten. Dabei kam Saarlouis gut in die Partie, ging mit 2:1 in Führung, verpasste es aber im Anschluss gleich drei Mal, nachzulegen. Erst scheiterte Jerome Müller, dann Julius Lindskog Andersson und schließlich Marcel Engels. „Marcel muss das Ding machen, dann steht es 3:1. So haben wir einen Tempo-Gegenstoß und den Ausgleich kassiert“, haderte Kessler. „Danach kamen die fahrigen Fehler vorne, wo das Angriffsspiel zu langsam gestaltet wird, und wieder zu viele technische Fehler.“ Der WHV nutzt all dies konsequent aus, ging in Führung und baute diese kontinuierlich über 5:3, 8:4, 12:8 und 15:10 bis zum 17:12-Pausenstand aus. „Es gab keine Konstante. Das ist unser großes Problem“, fand Kessler: „So tritt nach einer solchen Phase Verunsicherung ein, und es kommen noch Fehlwürfe dazu. Auch die Spieler, die normalerweise konstant sind, konnten ihre Leistung nicht abrufen.“

Im zweiten Durchgang kam es noch schlimmer, als die Hausherren bis zur 50. Minute auf 28:18 davonzogen. Bis zum Ende verkürzten die Gäste immerhin auf 26:31. „Was da teilweise in der Abwehr fabriziert wird, kann ich so nicht akzeptieren“, ärgerte sich Kessler. „Die Spieler müssen mit sich ganz kritisch umgehen und die Problemstellen finden. Dann können wir zusammen da wieder rauskommen.“



Am Freitag kommt Schlusslicht ThSV Eisenach, am zweiten Weihnachtsfeiertag Nordhorn-Lingen in die Stadtgartenhalle. Um den Anschluss nicht völlig zu verlieren, ist die HG zum Siegen verdammt. Allerdings: „Mit der Leistung vom Samstag können wir gegen kein Zweitliga-Team gewinnen“, weiß Kessler.