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Leichtathletik: In Rehlingen fliegen wieder die Hämmer

Hammerwerfen : In Rehlingen fliegen wieder die Hämmer

Im Hammerwurf-Käfig des Rehlinger Bungert-Stadions wurde schon Sportgeschichte geschrieben. 1975 stellte Karl-Hans Riehm hier eine ganze Serie von Weltrekorden auf. Die letzten zwei Jahre aber konnte die Anlage nicht genutzt werden.

Zwei Jahre lang lag die Rehlinger Hammerwurf-Anlage brach, weil das Schutzgitter um den Wurfring marode war. Das war bitter für den LC Rehlingen, schließlich war die Anlage mal das Herzstück des Bungert-Stadions. Hier wurde 1975 ein besonders spektakuläres Stück Sport-Geschichte geschrieben: Beim Pfingstsportfest überbot Karl-Hans Riehm hier an einem Tag mit jedem seiner sechs Würfe den bestehenden Weltrekord – und feuerte den Hammer schließlich auf die unfassbare Weite von 78,50 Metern. Ein neuer Fabel-Weltrekord. In Eigeninitiative und mit einem 15 000-Euro-Zuschuss des Sportministeriums errichtete der LC Rehlingen einen neuen, zehn Meter hohen Wurfkäfig, der den neuesten Sicherheitsanforderungen entspricht. Zur Einweihung fanden auf der runderneuerten Anlage am Samstag die Kreismeisterschaften für alle Klassen statt.

Der Wettbewerb der Männer nahm eine nationale Dimension an und wurde das Highlight der Titelkämpfe. „Das war ein guter Saisonauftakt.“ Mit diesen knappen Worten drückte der deutsche Vizemeister von 2017 Andreas Sahner (LC Rehlingen) seine große Zufriedenheit mit dem ersten Hammerwurf-Wettkampf des Jahres aus. 68,46 Meter im fünften Versuch, das war eine solide Weite, mit welcher der 33-Jährige gleich auf der zweiten Position in Deutschland landete.

Nicht weniger zufrieden äußerte sich sein gut zehn Jahre jüngerer Vereinskollege Michael Noe, dem mit 64,31 Metern ebenfalls im fünften Durchgang sein Wurf des Tages gelang. Sein Name steht nun in der Rangliste auf Platz drei. Beide haben sich auf Anhieb für die deutschen Meisterschaften am 3. und 4. August im Berliner Olympiastadion qualifiziert.

Für die nächste gute Nachricht sorgte der 18-jährige deutsche Winterwurf-Meister der U20 Konstantin Moll. Aus trainingsmethodischen Gründen bestreitet er die ersten Wettkämpfe nicht mit dem Sechs-Kilo-Hammer, der seiner Altersklasse entspricht, sondern mit dem 7,26 Kilo schweren Männer-Hammer. Diese Umstellung gelingt ihm von Mal zu Mal besser. Zuletzt übertraf er bereits bei den Werfertagen in Merzig erstmals die 60-Meter-Marke – mit genau 60,01 Metern. Nun flog die Kugel trotz der ungünstigen Witterung (Regen und sieben Grad Außentemperatur) auf die neue Bestweite von 60,73 Metern. Damit vervollständigte der Schützling von Christoph Sahner den Dreifacherfolg des LC Rehlingen. Während der Jugendliche seit dem Winter die deutsche Bestenliste der U20 anführt, reicht seine Leistung bei den Aktiven in Deutschland immerhin zu Platz sieben.

Ein hohes Leistungsniveau herrschte auch im Jugendbereich. In der Klasse WU 18 feuerte Lorena Hessling (LAC Saarlouis) den Drei-Kilo-Hammer auf die Bestmarke von 53,50 Metern, die ihr vorläufig Rang sieben auf nationaler Ebene einbringt. Hinter ihr verbesserte sich Alexia Stickdorn auf 47,26 Meter. Auch ihre siegreichen Geschwister Kristin Stickdorn und Florian Stickdorn (alle LAC Saarlouis) lieferten bestenlistenwürdige Leistungen. Kristin warf in der Klasse der WU 20 den Vier-Kilo-Hammer 49,66 Meter weit, Florian bugsierte die Fünf-Kilo-Kugel auf 48,61 Meter. Im Altersbereich der U 16 glänzte zudem Luca Vogel (TuS Neunkirchen) im Diskus mit 45,00 Metern und im Hammerwurf mit 48,48 Metern.

Karl-Hans Riehm stellte in Rehlingen 1975 mit 78,50 Meter einen neuen Weltrekord auf – fast zwei Meter über dem alten Bestwert. Foto: Hartung

Am Samstag, 25. Mai, finden an gleicher Stelle die Saarlandmeisterschaften statt.