Lehmann und Brengel siegen beim Neunkircher Citylauf über die zehn Kilometer

Laufsport : Ohne Tabletten zum Citylauf

Lehmann und Brengel siegen beim Neunkircher Citylauf über die zehn Kilometer.

Mit 76 Jahren die Laufschuhe schnüren, um bei einem Straßenlauf mitzumachen und die zehn Kilometer dann auch noch problemlos in unter einer Stunde abspulen? Kein Problem! Jedenfalls nicht für Werner Mootz der LTF Köllertal. Auch, wenn er zugibt: „Am Anfang wollten wir gar nicht laufen“ und dabei zu grinsen beginnt. „Ich laufe lieber bei Sonne“, sagt er. Als der Citylauf in Neunkirchen am Samstag um 17 Uhr startete, schüttete es gemäß einer Redensart wie aus Eimern. Doch schon kurz nach dem Startschuss hatte sich das Wetter zum Positiven gewendet. Ganz zur Freude von Mootz. Er betreibt Laufsport seit 1987. Sein Ehrgeiz sei nach wie vor ungebrochen. „Doch, doch. Man schaut schon auf die Zeit“, betont er. Am Samstag benötigte er 57:13,2 Minuten für die zehn Kilometer. Im Rahmen der Witterungsbedingungen sei diese Zeit in Ordnung, auch wenn er sagt: „Vor kurzem bin ich noch eine 55er-Zeit gelaufen.“ Doch nicht nur der sportliche Anreiz spielt beim Laufen eine Rolle. Auch der gesundheitliche Aspekt kommt nicht zu kurz. „Ich habe noch nicht eine Tablette gebraucht“, sagt Mootz und lacht. Zustimmung findet er bei Hermann Konrad (Jahrgang 1941) vom TV Merchweiler, der als zweiter Läufer in der Klasse M75 am Start war und diese gleichzeitig komplettierte. „Ich habe eine chronische Bronchitis“, erklärt er. Der Sport helfe aber enorm bei der Erkrankung. „Bewegen, bewegen, bewegen. Ich kann es wirklich jedem empfehlen.“ Hermann beendete den Lauf in 1:03:18,6 Stunden.

Auch Theo Hammann, Lauf-Freund von Mootz, bestätigt den positiven Effekt auf Körper und hebt darüber hinaus die soziale Komponente hervor. „Es sind auch die Menschen, die man trifft. Wir hätten uns gar nicht kennengelernt, wenn wir uns nicht bei einem Lauf getroffen hätten“, sagt der Läufer von Spirido Hochwald und lacht. An knapp 80 Läufen nimmt Hammann laut eigener Aussage im Jahr teil. Und bei nahezu jedem einzelnen träfe er auf Bekannte. „Man geht zu einem Lauf und weiß: Der oder der ist da. Und egal woher oder aus welchem Beruf man kommt, man duzt sich. Dort ist alles so kameradschaftlich.“ Hammann siegte in der Klasse M65 in 48:36,3.

Mit dem Gesamtsieg hatten die drei Herren freilich nichts zu tun. Den sicherte sich Jonas Lehmann (TuS 96 Heltersberg). „Es war relativ einsam“, scherzte der Tagesschnellste (32:25,2), der Thomas Weber (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) und Julian Maurer (vereinslos) um knapp 2,5, respektive drei Minuten distanzierte. „Ich laufe gerne in Neunkirchen. Das ist eine flache, schnelle Strecke und eine schöne Standortbestimmung.“

Einen großen Kampf lieferten sich im 150 Teilnehmer starken Feld Martina Schumacher (LC Rehlingen) und Julia Brengel (LA Team Saar). Als beide nach etwas mehr als einer Viertelstunde den Wendepunkt in der Lindenallee in Neunkirchen passierten, hatte sich Schumacher einen Vorsprung von rund 30 Metern erarbeitet. Bei der zweiten Umrundung der 180 Grad-Kehre hatte sich das Bild gewandelt: Brengel führte nun knapp vor Schumacher. Und die Läuferin des LA Team Saar bog auch als erste Dame auf die 250 Meter lange Zielgerade ein. Sie hatte ihren knappen Vorsprung verteidigt und sicherte sich den Tagessieg bei den Damen in 38:51,6 Minuten. Nur etwas mehr als zehn Sekunden dahinter folgte Schumacher, deren Abstand auf die drittplatzierte Marion Raab (VT Contwig) schon fast drei Minuten betrug.

Im Schülerlauf über 1,5 Kilometer, der um 16.30 Uhr  siegte Elisa Peters (Dreikraft Neunkirchen) in 6:10,0 Minuten bei den Mädchen. Bei den Jungen war Karwan Özgün aus Illingen in 5:18,1 Minuten der Tagesschnellste. Die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer beim Kinderlauf stellte übrigens der Städtische Kinderhort Kleiststraße.

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