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Leandro soll Chef auf dem Platz werden

Leandro soll Chef auf dem Platz werden

Er ist schon 34 Jahre alt, laut Trainer Michael Wiesinger aber topfit. Er bringt die Erfahrung aus 107 Spielen in der 2. Bundesliga und 141 Partien in der 3. Liga mit. Klar: Leandro Grech soll ein prägendes Gesicht in Elversberg werden.

Er streckt beide Hände aus und gibt Anweisungen an seine Teamkollegen. Wenige Minuten später schickt er Mitspieler Max Nicu mit einem Traumpass alleine auf das gegnerische Tor. Zwei Torabschlüsse aus 16 und 18 Metern zählen ebenfalls zur Anfangs-Viertelstunde des "Neuen" im Trikot des Fußball-Regionalligisten SV Elversberg .

In der vergangenen Woche verpflichtete die SVE den argentinischen Mittelfeldspieler Leandro Grech vom Zweitliga-Absteiger VfR Aalen . Natürlich war der Auftritt des 34-Jährigen beim 5:1-Sieg gegen den Saarlandligisten FC Reimsbach nicht unbedingt ein Maßstab für kommende Spiele in der Regionalliga Südwest, aber Leandro - sein Vorname steht auch auf dem Trikot - übernahm von der ersten Minute an Verantwortung und gab dem SVE-Spiel von der Position im defensiven Mittelfeld aus deutliche Impulse. "Das ist mein Spiel. Wenn ich sehe, dass sich unsere Spieler falsch bewegen, sage ich etwas. Das war bei mir schon immer so", sagt der Argentinier, der durchaus als einer der namhaftesten Neuzugänge in der SVE-Geschichte zu betrachten ist.

Leandro war in der vergangenen Saison Spielführer bei einem Zweitligisten und wechselte trotz Angeboten aus der 2. und 3. Liga in die Regionalliga nach Elversberg . "Wir wissen alle, was in Elversberg passiert. Das ist auch in der 2. Liga kein Geheimnis mehr. Der Verein hat viel vor, es bewegt sich viel. Das war letztlich für mich entscheidend", erklärt er.

In der Rückrunde der vergangenen Zweitliga-Saison spielte Leandro Innenverteidiger. Bei der SVE soll sein Platz aber im Mittelfeld sein. "Ich sehe Leandro auf der Sechser- oder Achterposition, nicht in der Innenverteidigung", sagt Trainer Michael Wiesinger . Dennoch: 34 Jahre, ist das nicht zu alt für eine Neuverpflichtung? "Für mich spielt das keine Rolle. Wir sind überzeugt, dass uns Leandro weiterbringt. Er ist topfit", sagt Wiesinger.

Im Jahr 2006 kam Leandro im Alter von 26 Jahren aus Argentinien nach Deutschland und kickte zunächst für den SC Pfullendorf. Alle jungen Fußballer in Südamerika träumen davon, einmal in Europa zu spielen. "Dort spielen die besten Spieler der Welt. Ich habe diesen Schritt nie bereut", sagt der 34-Jährige, der bei all seinen Stationen im deutschen Profifußball immer Stammspieler und nie schwer verletzt war. "Ich habe mir mal das Nasenbein gebrochen und hatte mal muskuläre Probleme, das war's", sagt er stolz.

Das Ziel mit der SVE ist der Aufstieg in die 3. Liga, da redet Leandro nicht drumherum. "Ich habe die Aufstiegsspiele von Offenbach und Saarbrücken verfolgt. Man hat gesehen, dass man trotz einer überragenden Saison Glück im entscheidenden Moment haben muss", meint der Argentinier, der im Herbst seiner Karriere bereits das Leben danach im Kopf hat. "In Deutschland hat man eine unglaubliche Sicherheit, das wissen die Einheimischen gar nicht mehr zu schätzen. Auf der anderen Seite lebe ich hier mit meiner Frau und unseren beiden Töchtern. Der Rest unserer Familien lebt in Argentinien. Ich weiß noch nicht, wo uns der Weg hinführt." Die Wege auf dem Fußballplatz kennt er dagegen ganz genau.