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"Lasst uns alle Freunde sein"

Neunkirchen. Sie heißen Sandro, Alex, Hakki, Maxi, Fabian, Anton, Alessandro oder Irfan, kicken in der F-Jugend von Borussia und tummeln sich am Freitagnachmittag auf dem Mini-Bolzplatz am Neunkircher Ellenfeld. Einige von ihnen sind fast jeden Tag hier, auch wenn kein Training ist Von SZ-Mitarbeiter Rolf Purper

Neunkirchen. Sie heißen Sandro, Alex, Hakki, Maxi, Fabian, Anton, Alessandro oder Irfan, kicken in der F-Jugend von Borussia und tummeln sich am Freitagnachmittag auf dem Mini-Bolzplatz am Neunkircher Ellenfeld. Einige von ihnen sind fast jeden Tag hier, auch wenn kein Training ist. Aber Halil und Sandro kommen lieber, wenn ihr Trainer da ist, weil der ihnen zeigt, wie man den Ball stoppt, antäuscht und dribbelt. Am Freitag, als die Borussia zum ersten Aktionstag zum Thema Integration des Deutschen Fußballbundes (DFB) aufruft, ist auch die Integrationsbeauftragte der Stadt Neunkirchen, Jana Borowansky, vor Ort, macht deutlich, dass Integration wichtig sei. Besonders in einer Stadt wie Neunkirchen, wo viele Menschen mit Migration-Hintergrund leben. Will heißen: Die Eltern von hier wohnenden Kindern sind nicht in Deutschland geboren. Und dass sie alle Neunkircher sind, auf dieser Aussage müssten wir aufbauen. Borowansky: "Ein Spielfeld wie dieses schafft Begegnungen, nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Wie hier zu sehen, kommen Eltern und Geschwister mit. Also hat ein solch kleines Spielfeld große Wirkung."



Genau so sieht dies Borussias Jugendleiter Joachim Weber: "Schauen Sie sich um. Das sind bestimmt 60 oder 70 Kinder und bestimmt so 25 Erwachsene. Bei Letzteren hört man oft, dass sie nicht in Deutschland groß geworden sind. Aber ihre Kinder reden so wie die Buben und Mädchen, deren Eltern hier geboren sind, richtig Saarländisch." Weber erzählt, dass auch in den älteren Jahrgängen der Jugend viele Jungs nicht Meier oder Müller, sondern Acar, Marino oder ähnlich heißen. Natürlich gehe es dem DFB bei diesem Aktionstag um die Förderung des Fußball-Nachwuchses. Aber man müsse herausstellen, dass Integration die einzige Möglichkeit ist, um gleichberechtigt und im Miteinander in einer Stadt wie Neunkirchen zu leben.

Weber: "Wir von Borussia tun unseren Teil für ein möglichst Konflikt freies Zusammenleben. Trotz unterschiedlicher Herkunft und vielleicht anderem Temperament. Alle können wir aber voneinander lernen."