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Lasogga lässt den HSV erwachen

Lasogga lässt den HSV erwachen

Der Hamburger SV hat sich im immer spannender werdenden Abstiegskampf zurückgemeldet – vor allem dank der personifizierten Lebensversicherung Pierre-Michel Lasogga. Andernorts herrscht derzeit Frust pur.

Pierre-Michel Lasogga ließ sich nur kurz von den Fans feiern, das schelmische Grinsen war schnell wieder aus dem Gesicht des bulligen Stürmers verschwunden. "Das war der erste Schritt - wir müssen noch vier weitere gehen", sagte Lasogga nach dem 3:2 (2:1) seines Hamburger SV gegen den FC Augsburg mit ernster Miene und forderte: "Wir müssen jetzt genau so weitermachen."

Neun Spiele in Serie hatte der HSV zuvor nicht gewonnen, der Bundesliga-Dino lag am Boden, war für viele schon abgestiegen - doch vor allem dank Lasogga haben sich die Hanseaten im Kampf um den Klassenverbleib eindrucksvoll zurückgemeldet.

"Diesen Sieg haben wir einfach gebraucht. Die Mannschaft hat sich damit die Hoffnung und den Glauben zurückgeholt - für sich, den ganzen Verein und die ganze Stadt", sagte Trainer Bruno Labbadia stolz nach seinem Heim-Debüt. Durch den ersten Dreier seit 77 Tagen durch die Tore von Ivica Olic (11.) und Lasogga (19. und 71.) verbesserte sich der HSV zumindest vorübergehend auf den Relegationsplatz.

Ganz Hamburg hofft wieder, dass es doch noch irgendwie mit der Rettung klappt. Noch weit nach Spielschluss sangen die Fans Lasoggas Namen. Die personifizierte Lebensversicherung des Clubs soll den historischen Absturz in die 2. Liga verhindern. Wie im Vorjahr, als der 23-Jährige fast im Alleingang für den Klassenverbleib in der Relegation sorgte.

Auch weil der HSV im Aufwind ist, wird der Abstiegskampf nun richtig spannend. Der SC Freiburg , Hannover 96 , der Hamburger SV , der VfB Stuttgart und der SC Paderborn sind die Kandidaten für die beiden Abstiegsplätze und den Relegationsrang. Und gerade in Hannover wird die Stimmung immer schlechter, denn das Debüt des "Feuerwehrmanns" auf der Trainerbank, Michael Frontzeck , ist mit der 1:2 (1:1)-Niederlage gegen Hoffenheim gründlich misslungen. 14 Spiele sind die 96er nun schon ohne Sieg - und das Restprogramm hat es in sich. "Es ist eine enge Geschichte", sagte Frontzeck: "Aber der Glaube ist ungebrochen. Wenn wir den Weg weitergehen, bin ich frohen Mutes, dass wir die nötigen Punkte holen, um die Liga zu halten."

Das hoffen auch der VfB Stuttgart und der SC Freiburg nach dem 2:2 im Südwest-Derby. Das Unentschieden war nämlich für beide Seite eine Niederlage. Stuttgarts Trainer Huub Stevens war "fassungslos", sein Kollege Christian Streich nur noch ein Häuflein Elend. Obwohl Freiburg dank Nils Petersen nach einem 0:2-Pausenrückstand noch ein 2:2 geholt hatte, übte der 49-Jährige ungewohnte und harsche Selbstkritik. "Ich habe es nicht verstanden, der Mannschaft Zutrauen, Ruhe und Aggressivität zu geben. Wir haben in der ersten Halbzeit furchtbar gespielt. Aber es gibt nur einen Verantwortlichen: Und das bin ich", räumte Streich ein. Dass er zur Pause nach Gegentreffern durch Daniel Ginczek (24.) und Martin Harnik (27.) offenbar die richtigen Worte gefunden hatte, interessierte Streich nicht. Und Stevens brachts es auf die Palme, dass sein VfB "so ein Spiel noch aus der Hand gibt". Er habe es in der Pause zwar schon "geahnt und habe gewarnt. Ich habe aber gegen eine Wand geredet". Das klingt nach Abstiegskampf pur.