Basketball: Langer Atem statt Panik bei den Royals

Basketball : Langer Atem statt Panik bei den Royals

Der Abstiegskampf ist beim Basketball-Bundesligisten kein Thema. Sonntag kommt Keltern nach Saarlouis.

Am vergangenen Sonntag schickte Basketball-Bundesligist Saarlouis Royals wie gewohnt eine Pressemeldung als Spielzusammenfassung herum – und die hatte es nach der 56:69-Niederlage gegen den Tabellenletzten Chemnitz in sich. Vom „Tiefpunkt der diesjährigen Saison“ war da die Rede, von einem „kampflosen“ Ergeben gegen unterschätzte Gegner – gefolgt von der klaren Aussage: „Heute hat der Abstiegskampf begonnen.“

Davon wollten die beteiligten Personen Anfang der Woche dann aber doch noch nichts wissen. „Wir reden natürlich über das Spiel, sind im permanenten Austausch und analysieren jedes Detail – aber vom Abstiegskampf zu reden wäre viel zu früh. Wir sind weit davon entfernt, in Panik zu verfallen“, sagte Royals-Manager Sascha Schmidt. Spielführerin Levke Brodersen ergänzte: „Das Schlimmste, was nach so einem Spiel passieren könnte, ist, dass wir uns aufgeben und alle Ziele über Bord werfen. Natürlich sieht es momentan nicht gut aus, aber es sind erst fünf Spiele gespielt – wir haben noch viele Möglichkeiten, uns nach oben zu arbeiten.“

Nach sechs gespielten Pflichtspielen sind die Royals nicht nur aus dem Pokal ausgeschieden, sondern stehen gleichzeitig mit nur einem Sieg auf dem vorletzten Tabellenplatz. Trainer Hermann Paar sagt mit Blick auf das Saisonziel Playoffs: „Es herrscht immer Druck, den nehmen wir auch an. Aber es ist auch klar, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man einen langen Atem hat. Wir wollen hier langfristig etwas aufbauen und nicht nur eine gute Saison spielen.“

Konkret bedeutet das: Mit den talentierten Neuzugängen Nadjeschda Ilmberger (20) und Paige Crozon (23) sowie Spielerinnen aus der neugegründeten Junioren-Bundesliga-Mannschaft wollen sich die Royals in den kommenden Jahren als Top-Mannschaft der Bundesliga etablieren. Dass trotzdem noch eine erhebliche Lücke zwischen Wunsch und Realität klafft, offenbarte sich jüngst gegen Chemnitz. Gerade Nationalspielerin Ilmberger zeigte mit vier Turnovern, vier Fouls und null Punkten in zehn gespielten Minuten eine unterirdische Leistung.

„Nani hat bisher gut gespielt – das war ein Aussetzer, ich bin ansonsten sehr zufrieden mit ihr“, sagt Paar. In der vergangenen Saison habe man mit Spielerinnen wie Angela Tisdale oder Monique Smalls viel Erfahrung gehabt, erklärt der Trainer: „Das waren unfassbar wichtige Bausteine, deren Fehlen sich jetzt eklatant bemerkbar macht. Ich hätte vor der Saison gerne noch eine hochwertige Spielerin dazubekommen, aber das war anscheinend finanziell nicht zu stemmen. Deswegen müssen wir mit den jungen Spielerinnen, die wir haben, auskommen – das ist okay, aber sie brauchen Zeit. Da bin ich als Trainer gefordert – wir müssen an ein paar Stellschrauben drehen und wieder in unseren Rhythmus finden.“

Die Führungsrollen müssten neu verteilt, das Umfeld professioneller gestaltet werden, sagt Paar. Manager Schmidt ergänzt: „Es gibt aber keinen Grund, etwas zu ändern – die Mannschaft hat schon gute Ansätze gezeigt, und wenn in den nächsten Wochen ein Positivtrend kommt, geht es wieder in die komplett andere Richtung. Eine erste Zwischenbilanz ziehen wir frühestens, wenn die nächsten drei Spiele gespielt sind.“

Wenn an diesem Sonntag (15 Uhr) der Tabellenzweite Rutronik Stars Keltern in die Saarlouiser Stadtgartenhalle kommt, wollen die Royals gegen den „wohl undankbarsten Gegner in dieser Situation“ wieder punkten, wie Levke Brodersen sagt: „Das Spiel ist aber auch eine Chance, dass wir uns noch mal auf uns selbst konzentrieren und uns vielleicht als Mannschaft wiederfinden. Ein Sieg wäre natürlich ein wahnsinniger Erfolg – wir gehen mit einer positiven Einstellung rein und werden versuchen zu gewinnen.“