KV Riegelsberg besiegt ASV Urloffen in Bundesliga im Ringen

Ringer-Bundesliga : KV Riegelsberg feiert historischen Erfolg

Darauf mussten sie seit 2017 warten: Ringer besiegen den ASV Urloffen und fahren den ersten Heimsieg in der Bundesliga ein.

Auch Asadula Ibragimov gehörte zu der Menschentraube, die in der Riegelsberghalle einen nahezu historischen Erfolg feierte. Der russische Neuzugang feierte mit den Mannschaftskollegen, Verantwortlichen und Fans des Bundesligisten KV Riegelsberg den ersten Heimsieg in der höchsten Klasse des deutschen Ringkampfsports. Seit 2017 die 2. Liga abgeschafft wurde und die Riegelsberger in der höchsten Klasse mitmischen, wartet der KV auf dieses Erfolgserlebnis. „Asadula ist nicht nur ein toller Ringer, er hat auch ein Gespür dafür, was dieser Moment für den gesamten Verein bedeutet“, sagte Edgar Paulus, der für den sportlichen Bereich Verantwortliche beim KV Riegelsberg, nach dem 16:15-Erfolg gegen den ASV Urloffen am Samstagabend.

Paul Riemer hatte in der Freistil-Klasse bis 75 Kilogramm die Gastgeber mit einem technisch überlegenen Punktsieg gegen Max Brenn in Front gebracht. Auch Ibragimov (98 Kilogramm Freistil), Anthony Tantini (86 Kilogramm griechisch-römisch) und Konstantin Stas mit einem Schultersieg gegen Chlovelle van Meier in der Freistil-Klasse bis 71 Kilogramm steuerten jeweils vier Punkte zum Mannschaftsergebnis bei. „Für die anderen ging es zum Teil dann nur darum, die eigene Niederlage im Rahmen zu halten. Das haben die Jungs prima gemacht“, sagte Edgar Paulus, der kurzfristig auf Robin Paulus (Operation am Ohr) und Kai Stein (Rippenbruch) verzichten musste. Als Henrik Schmitt im letzten Kampf des Abends gegen Svilen Kostadinov in der griechisch-römischen Klasse bis 75 Kilogramm nur mit 4:12 unterlag, stand der 16:15-Erfolg des KV Riegelsberg fest.

Ungläubiges Kopfschütteln gab es auch ein paar Kilometer weiter. Routinier Andrij Shyyka vom KSV Köllerbach konnte nicht so richtig glauben, was sich da im Spitzenkampf gegen den großen Konkurrenten TuS Adelhausen in der Kyllberghalle abgespielt hatte. Köllerbach musste mit Heiki Nabi, Miroslav Kirov und Andrii Yatsenko drei Leistungsträger ersetzen, die für ihre jeweiligen Länder international im Einsatz waren. Nach drei Kämpfen lag der KSV mit 0:9 zurück, die Lage schien hoffnungslos. Zwar siegten ab da ausnahmslos die Athleten der Heimmannschaft, eine Siegchance wurde aber erst nach dem starken Auftritt des Köllerbachers Marc-Antonio von Tugginer gegen Danjiel Janecic realistisch. Der 7:1-Punktsieg war der erste Erfolg des Saarländers über den Adelhausener überhaupt.

Im Schlüsselkampf des Abends schien alles gegen den KSV Köllerbach zu sprechen. Miahail Sava brachte in der Freistil-Klasse bis 80 Kilogramm sieben Kilo weniger auf die Waage als sein Konkurrent Georg Harth. Ein Nachteil, der nur mit ringerischer Klasse und takitschen Verständnis wettzumachen ist. Sava zeigte beides. Erst konterte der Köllerbacher seinen Gegner aus, dann drehte er ihn durch – und siegte mit 4:1. Shyyka und Timo Badusch sorgten mit ihren Erfolgen anschließend für ein kaum mehr für möglich gehaltenes Erfolgerlebnis: Der KSV Köllerbach siegte ersatzgeschwächt mit 14:9 gegen den TuS Adelhausen und setzte ein Ausrufezeichen im Kampf um die Playoff-Plätze. „Der Weg ist noch weit, aber der Sieg ist für uns als Mannschaft sehr wichtig“, sagte Sava. Und er ergänzte: „An solchen Abenden müssen alle enger zusammenrücken. Das prägt.“

Dass der AC Heusweiler mit dem 21:14 gegen die RKG Freiburg und der ASV Hüttigweiler mit dem 20:14 gegen die RG Hausen-Zell ebenfalls Siege einfahren konnten, rundete den nahezu historischen Abend für die saarländischen Ringer-Bundesligisten ab.

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