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Kurze Ruhe im beispiellosen Machtkampf beim 1. FC Kaiserslautern

3. Fußball-Liga : Beispielloser Machtkampf am Betzenberg

Die Vereinsführung des 1. FC Kaiserslautern ist wegen der drohenden Insolvenz gespalten, bemüht sich aber um Ruhe.

Die Protagonisten bemühen sich um Ruhe, der beispiellose Machtkampf am Betzenberg ist aber noch lange nicht beendet. Die finanzielle Schieflage des 1. FC Kaiserslautern hat die Vereinsführung entzweit. In einer Sitzung des Aufsichtsrates am Montagabend einigte sich das Gremium zwar auf eine weitere Zusammenarbeit – allerdings nur befristet.

Bei den Pfälzern kam es weder zu der erwarteten Abwahl des Vorsitzenden Patrick Banf noch zu Rücktritten anderer Mitglieder des fünfköpfigen Gremiums. „In einer Sitzung des Aufsichtsrates fand innerhalb des Gremiums ein intensiver und lösungsorientierter Austausch von Sachargumenten statt. Allen Gremiumsmitgliedern ist bewusst, dass die anstehenden Aufgaben nur gemeinschaftlich in dieser Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung bewältigt werden können“, hieß es in einer Pressemitteilung des Aufsichtsrats.

Doch der Frieden ist befristet: Nach dem 15. März, dem Stichtag zur Abgabe der Lizenzunterlagen für die 2. Bundesliga bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), soll eine Rotation des Amtes des Vorsitzenden und Stellvertreters des Kontrollgremiums geprüft werden. Die Lizenzunterlagen für die 3. Liga müssen hingegen bereits am 1. März beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht werden.

Der Streit im Verein ist im Wesentlichen auf die unterschiedlichen Positionen zurückzuführen, wie die existenzbedrohende Finanzlücke von rund zwölf Millionen Euro bis zum Sommer geschlossen werden soll. Während Geschäftsführer Michael Klatt und Aufsichtsratschef Banf eine Zwischenfinanzierung anstrebten, favorisierte Aufsichtsratsmitglied Michael Littig den Einstieg eines Großinvestors.

So bestand offenbar bereits seit Monaten Kontakt zu dem russischen Geschäftsmann Michail Ponomarev, der schon Investor beim Ligakonkurrenten KFC Uerdingen ist. Da Littig, einst Gesellschafter des in Homburg angesiedelten Basketball-Zweitligisten Saar-Pfalz Braves, für sein Vorhaben mit zwei weiteren Mitgliedern des Kontrollgremiums auf seiner Seite die Mehrheit für sich beanspruchen konnte, gab es Erwägungen des Trios, Banf vom Posten des Vorsitzenden abzusetzen. Dieser Plan wurde nun vorerst verworfen.

Darauf reagierte Hauptsponsor Harald Layenberger in einer öffentlichen Stellungnahme bei Facebook hochemotional. „Ich fühle mich benutzt und weggeworfen wie ein schmutziges Papiertaschentuch. Und ich bin traurig, dass die Unehrlichkeit gesiegt hat“, schrieb Layenberger noch am Montagabend mit Blick auf die Entscheidung im Aufsichtsrat, Banf doch nicht das Vertrauen zu entziehen: „Denjenigen, die sich wieder einmal selbst verraten haben, wünsche ich dicke eitrige Pickel ins Gesicht. Ihr habt auch die Fans und Mitglieder verraten.“ Layenberger entschuldigte sich am Dienstag für die Wortwahl, nicht aber für seine Kritik an Banf („Nichts in der Sache muss ich zurücknehmen, weil alles der Wahrheit entspricht“), dem er zuvor bereits vorgeworfen hatte, „zu lügen, bis sich die Balken biegen“.