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Ringer-Bundesliga
„Kampfschwein“ Ecker beißt sich durch

Kampfrichterin Laura Ferdinand zeigt es an: Sieg für den Köllerbacher Steven Ecker (rechts) gegen Aleksandar Mirchev vom ASV Urloffen.
Kampfrichterin Laura Ferdinand zeigt es an: Sieg für den Köllerbacher Steven Ecker (rechts) gegen Aleksandar Mirchev vom ASV Urloffen. FOTO: Andreas Schlichter
Köllerbach. Köllerbacher Ringer-Talent überrascht beim Heimsieg gegen den ASV Urloffen. Jetzt folgt das Gipfeltreffen gegen Adelhausen. Von Patric Cordier

Mit 19:6 setzte sich der KSV Köllerbach erwartet klar im Verfolgerduell der Ringer-Bundesliga Gruppe Südwest gegen den ASV Urloffen durch. Nur knapp 170 Zuschauer in der Kyllberghalle sahen den Kampf des Samstagabends in der Klasse bis 57 Kilo griechisch-römisch. KSV-Talent Steven Ecker traf auf den stark einzuschätzenden Aleksandar Mirchev.


Nach dem schwachen Auftritt bei seiner Niederlage gegen den Heusweiler Motaleb Giesen vor einer Woche überraschte Ecker Gegner und Zuschauer mit einer ganz starken Leistung. „Diese Schwankungen habe ich leider“, sagte Ecker nachdenklich: „Warum – das weiß ich leider auch nicht.“ Nach vier Minuten führte der Köllerbacher Neuzugang klar mit 12:1. Doch dann die Schrecksekunde: Nach einer Aktion fasste sich der 18-jährige Saarländer an die Schulter. „Ich habe einen stechenden Schmerz gespürt, konnte den Arm nicht mehr heben“, sagte Ecker mit Tränen in den Augen nach dem Schlussgong. Doch er biss sich durch, auch wenn sein Gegner auf 10:12 verkürzte und einige Zuschauer schon die Aufgabe forderten. Ecker gab nicht auf, schaffte selbst noch zwei Wertungen, brachte mit 14:13 den Sieg über die Zeit.

„Steven ist ein Kampfschwein und ein richtig harter Hund“, lobte Köllerbachs Mannschaftsverantwortlicher Thomas Geid seinen Schützling. Eine Untersuchung am heutigen Montag soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Ein Ausfall würde den KSV auch im Hinblick auf die Endrunde schwer treffen. „Am kommenden Samstag fahren wir zum Spitzenreiter TuS Adelhausen“, sagte Geid: „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Ich denke, mit Steven.“



Vorzeige-Athlet Etienne Kinsinger dürfte es dann wieder mit Weltklasse-Ringer Ivo Angelov zu tun bekommen. Am Samstag hatte der deutsche Meister mit Urloffens Chlovelle van Meier zu tun und behielt in der Klasse bis 66 Kilo griechisch-römisch mit 4:2 die Oberhand gegen den deutschen Juniorenmeister. „Er hat versucht, mich zu locken, um dann selbst zu kontern“, beschrieb Kinsinger die Taktik des Gegners: „Ich wusste das, war aber trotzdem zu passiv. Ich hätte die Sache sicher klarer gestalten können.“

Zunächst eine enge Kiste war der Kampf von Timo Badusch gegen Svilen Kostadinov in der Greco-Klasse bis 75 Kilogramm. Zur Pause führte Badusch gegen den extrem destruktiv ringenden Urloffer nur mit 2:1. Nach einer Passivitäts-Wertung durch die souveräne Mattenleiterin Laura Ferdinand brannte der Polizist aber ein Feuerwerk ab, hob den Gegner aus, drehte ihn durch und siegte mit 11:1.

Ebenso deutlich entschied der ASV Hüttigweiler das Saarderby zuhause gegen den KV Riegelsberg für sich. Dort hieß es am Ende 25:4. Für den dritten saarländischen Sieg an diesem Wochenende sorgte der AC Heusweiler. Das Team von Trainer Cacan Cakmak gewann bei der RG Hausen-Zell mit 18:17.

Auch die saarländischen Ringerinnen waren an diesem Wochenende sehr erfolgreich. Das Team von Landestrainer Ramiz Karmadja konnte bei den deutschen Mannschafts-Meisterschaften in Dormagen den dritten Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Im kleinen Finale setzte sich das Saarland mit 20:12 gegen Hessen durch, der Titel ging an Nordrhein-Westfalen.