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Eishockey
Krupp will Aufbauarbeit bei den Eisbären Berlin krönen

Berlin. Endspielserie der Deutschen Eishockey Liga beginnt.

Die Prognosen sind Uwe Krupp egal, er will sie mit den Eisbären Berlin widerlegen. „Ich weigere mich, in die gleiche Kerbe zu schlagen“, sagt der frühere Bundestrainer vor der Endspielserie gegen Ligakrösus ERC München. Nein, den dritten Titel in Folge für den sportlich und finanziell stärksten Club der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nimmt Krupp nicht als zwangsläufig hin. „Sie haben auch Schwachstellen“, betont der 52-Jährige – und die soll seine Mannschaft ausnutzen.


Krupp ist mit den Kölner Haien zwei Mal (2013, 2014) im DEL-Finale gescheitert und heiß auf seine erste Meistertrophäe als Trainer. Die letzte für die Eisbären gab es vor fünf Jahren, der Trainer damals hieß Don Jackson. Nun ist der Spiritus rector in München und als insgesamt siebenmaliger DEL-Champion der Maßstab für jeden Trainer. „Don hat die Ruhe weg“, sagt Münchens Nationaltorhüter Danny aus den Birken über den Kanadier.

Jacksons Unaufgeregtheit ist nicht nur für aus den Birken, einen der sieben Münchner Olympiahelden von Pyeongchang, einer der entscheidenden Faktoren für die imposante Erfolgsgeschichte. Seit 2011 trainierte Jackson mit Ausnahme von 2015 immer eine Meistermannschaft (Berlin, Salzburg, München). Er versteht es wie kein Zweiter, ein Team von seiner Stärke zu überzeugen.

Jackson und Krupp einen die Erfolge als Spieler in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Beide holten den Stanley Cup. Krupp schoss 1996 für die Colorado Avalanche gar das entscheidende Tor. Als Trainer muss er noch aufholen. „Er hat großartig gearbeitet, wo immer er auch war“, lobt Jackson sein Pendant. Krupps Mannschaft habe so viel Talent wie kein anderer Gegner in der Liga, sagt Jackson, der noch immer „ein Herz“ für seinen Ex-Club hat.

Ab heute (19.30 Uhr/Sport1), wenn die Münchner als bestes Team der Hauptrunde Gastgeber für Spiel eins in der best-of-seven-Serie sind, hofft Krupp auf die Krönung seines bisherigen Weges mit den Berlinern. Seit der ehemalige Verteidiger im Dezember 2014 Trainer des DEL-Rekordmeisters wurde, hat er die Eisbären kontinuierlich verbessert. Krupp sagt nicht ohne Stolz: „Wir haben uns hier wieder etwas aufgebaut.“ Sein auslaufender Vertrag dürfte deshalb auch in Kürze verlängert werden.