Turnen Die beiden Neuen sind heiß auf Gold

Saarbrücken · In ihrem ersten Jahr mit der TG Saar stehen die Turner Sebastian Krimmer und Florian Lindner im großen Finale.

„Die Stimmung im Team ist super. Wir sind alle heiß auf diesen Kampf und werden ein Feuerwerk abbrennen.“ Wenn Florian Lindner an das Gold-Finale in der Deutschen Turnliga (DTL) denkt, sprüht der 27 Jahre alte Chemnitzer vor Energie – und würde am liebsten sofort loslegen. Bis Samstag muss der Neuzugang der TG Saar seinen Tatendrang noch zügeln. Ab 18 Uhr darf er dann in der Ludwigsburger MHP-Arena Gas geben.

Ziel der Mannschaft im Duell mit der KTV Straubenhardt: Nach den Titelgewinnen 1981, 1982 und 2012 soll der vierte Stern her. Sicherlich kein Zuckerschlecken, aber die Chancen stehen gut – so gut wie lange nicht mehr. „Ich sehe uns auf Augenhöhe. Wer weniger Fehler macht, schnappt sich den Pokal“, sagt der von Zweitligist TSV Monheim an die Saar gewechselte Ringe-Spezialist.

Sebastian Krimmer teilt den Optimismus des Teamkollegen. 2014 gewann der Ex-Nationalturner die Trophäe mit dem MTV Stuttgart. Nach dem Rückzug des Vereins nach der Saison 2018 dachte der frühere Sportsoldat über ein Karriere­ende nach. Dann kam das Angebot von TG-Boss Thorsten Michels und weckte beim Olympia-Teilnehmer von London 2012 noch einmal den Kampfgeist. Quasi mit Meldeschluss unterschrieb der 28-jährige Backnanger einen Einjahresvertrag und stand nach Lukas Dauser und Lindner als dritte Neuverpflichtung der TG Saar für 2019 fest.

„Ich bin froh, dass wir unser Hauptziel erreicht haben. Ich habe alles gegeben, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen – und viel Spaß gehabt“, beschreibt der Vater eines einjährigen Sohns seine „Saison mit Höhen und Tiefen“. Mit Dauser, Dreifach-Weltmeister Nikita Nagornyy, Barren-Olympiasieger Oleg Wernjajew, Nationalturner Felix Remuta, Waldemar Eichorn und Eugen Spiridonov war die TG-Riege bereits stark besetzt. Ohne Krimmer und Lindner wäre der Final-Einzug aber nicht möglich gewesen, betont Vereins-Chef Michels: „Basti und Flo haben uns an mehreren Geräten verstärkt. Der Kader ist breiter geworden. Wir konnten die zeitweiligen Verletzungsausfälle von Felix, Lukas und Philipp Matzke kompensieren.“

Beeindruckt zeigte sich der Vorsitzende von Lindners Steigerung im Saisonverlauf. „Er hat sich stark verbessert und im Herbst viele Duelle für uns gewonnen. Dank Flo und Lukas sind wir zum stärksten Ringe-Team mutiert und haben alle Gegner geschlagen“, schwärmt Michels. Krimmer sammelte wichtige Punkte am Barren, Pauschenpferd und Reck. Den Vertrag mit dem Bankkaufmann-Azubi würde die TG Saar gerne verlängern. „Wenn er Familie, Ausbildung und Sport unter einen Hut bekommt, steht ihm die Tür immer offen“, sagt Michels.

Übrigens: Mit Turner-Trainer Spiridonov gewann Krimmer 2010 bei der WM in Rotterdam für Deutschland Bronze. Mit Waldemar Eichorn turnte er im Nationalkader bei der EM 2016 in Bern. Gemeinsam geht es nun um Team-Gold. „Wir haben zwei der weltbesten Turner und den besten deutschen – das schafft Selbstvertrauen“, sagt Krimmer. „Vor allem sind wir ein echtes Team. Wir kennen unsere Schwächen und bekommen sie in den Griff“, ergänzt er mit Blick auf das Finale.

Lindner, der definitiv ein weiteres Jahr für die TG Saar turnen wird, stimmt ihm zu: „Mit Nikita, Oleg und Lukas zu turnen, ist geil und motiviert. Aber jeder Einzelne zählt und unterstützt das Team bestmöglich.“ Lautes Grölen hilft da auch – wie beim 34:34-Remis im letzten Saison-Duell in Straubenhardt. Bei einer Niederlage wäre das Finale futsch gewesen. „Ich war schon fertig mit meinem Wettkampf und habe die Jungs bis zum Schluss angefeuert. So laut, dass meine Stimme später lädiert war“, sagt der Ringe-Spezialist lachend.

Das Problem könnte sich am Samstag wiederholen, denn die Freudengesänge der TG-Turner nach Titelgewinnen sind berüchtigt. Davor müssen aber die Übungen sitzen. „Wir sind in den Ausführungen zuletzt immer stabiler geworden und haben es ins Finale geschafft. Jetzt wollen wir uns für eine starke Saison mit dem Titel belohnen“, sagt Lindner.

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