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Koschinat greift Titz an: „Das ist ganz übles Nachtreten“

Fall Erdmann : Koschinat greift Titz an: „Das ist ganz übles Nachtreten“

Günther-Schmidt und Korzuschek fallen verletzt aus.

Das Bild vom Training des 1. FC Saarbrücken am Mittwochmorgen hat Symbol-Charakter: Die Arme in die Hüfte gestützt schaut Dennis Erdmann den Kollegen zu, die schnelles Umschalten und Torabschluss üben. Der unter dem Verdacht, Spieler des 1. FC Magdeburg rassistisch beleidigt zu haben, stehende Innenverteidiger trainiert aufgrund anhaltender Knieprobleme individuell. Bleibt das vorläufige Urteil des DFB-Sportgerichts bestehen, blickt Erdmann in eine ungewisse Zukunft.

„In der Kabine gibt es absolut keine Ressentiments gegen Dennis“, sagt FCS-Trainer Uwe Koschinat: „Für mich als Trainer ist es vielleicht etwas schwerer, zur Normalität zurückzukehren. Aber gerade die Spieler, die vor dem Sportgericht ausgesagt haben, mussten dieses Erlebnis natürlich auch erst einmal verarbeiten. Das ist ihnen aber leichter gefallen, weil sie ja aus tiefster Überzeugung die Wahrheit zu ihren Wahrnehmungen gesagt haben. Für mich ist die Aufgabe, den Fokus aller wieder auf das kommende Spiel zu konzentrieren.“

Das fällt für Julian Günther-Schmidt und Tim Korzuschek vorerst aus. „Günni“ hat sich im Spiel bei Viktoria Köln zwei Bänder abgerissen und fehlt wohl drei Wochen, Korzuschek hat eine Zerrung am Übergang von Rücken- und Gesäßmuskulatur. Auffällig im Training ist die Leistung von Sebastian Jacob. Der Stürmer drängt am Samstag im Heimspiel gegen Türkgücü München in die Startformation. „Das wird natürlich ein besonderes Spiel, weil viele auf uns schauen werden“, sagt der Trainer: „Es wird wichtig sein, die richtige Emotionalität an den Tag zu legen.“

Was Koschinat auf die Palme bringt, sind die aktuellen Äußerungen seines Magdeburger Kollegen Christian Titz: „Er hat mir nach dem Spiel zu einem verdienten Sieg gratuliert. Völlig ohne negative Emotionen oder irgendwelche Vorwürfe. Jetzt zwei Wochen nach dem Spiel zu behaupten, man habe nur verloren, weil wir ständig verbal und körperlich über der Grenze waren, ist erbärmlich. Das ist übles Nachtreten.“