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Korkut soll Bayer auf Kurs bringen

Korkut soll Bayer auf Kurs bringen

Bundesligist Leverkusen hat bereits einen Nachfolger für Roger Schmidt verpflichtet. Und der ist in der Region bestens bekannt.

(sid) Es geht nicht um den Verbleib in der Liga, aber Bayer Leverkusen hat trotzdem einen "Feuerwehrmann" unter Vertrag genommen. Tayfun Korkut soll den Fußball-Bundesligisten nach einer bislang enttäuschenden Saison noch ins europäische Geschäft führen. Der 42-Jährige tritt bis Saisonende interimsmäßig die Nachfolge von Roger Schmidt an, der am Sonntag infolge der 2:6-Pleite bei Borussia Dortmund entlassen wurde. Seine Feuertaufe auf der Bayer-Bank erlebt Korkut am Freitagabend gegen Werder Bremen (20.30 Uhr).

"Ich will neue Impulse setzen und hoffe, dass Bayer am Saisonende auf einem Platz steht, wo der Club hingehört. Wir wollen das internationale Geschäft noch erreichen", sagte ein entschlossen wirkender Korkut, der gestern Nachmittag erstmals mit seinem langjährigen Assistenten Xaver Zembrod das Training leitete. Mit seinem Freund Roger Schmidt, mit dem er 2011 gemeinsam die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert hat, will der Deutsch-Türke zunächst keinen Kontakt aufnehmen: "Ich will mir erstmal selbst ein Bild machen."

Sportchef Rudi Völler ist sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben: "Er hat immer gute Ideen, Fußball spielen zu lassen. Die Wahl war relativ einfach. Wir sind von Tayfun überzeugt, dass er die Köpfe der Spieler frei bekommt." Das betonte auch Clubchef Michael Schade: "Wir haben mit Tayfun Korkut einen Trainer verpflichtet, der über große Sachkenntnis verfügt, hervorragend vernetzt ist und der sowohl als Coach als auch als Spieler auf internationalem Parkett viel Erfahrung gesammelt hat." Völler und Schade machten aber deutlich, dass nun in erster Linie die Mannschaft gefordert sei: "Sie hat keine Ausreden mehr und muss zeigen, was sie kann", sagte Völler.

Der Weltmeister schloss nicht aus, dass Korkut über das Saisonende hinaus bei Bayer bleibt. "Wir wollen erstmal die Saison zu Ende spielen, dann sehen wir weiter", sagte Völler, und Korkut meinte zustimmend: "Für mich ist das kein Problem. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt."

Zunächst stehe für ihn Bremen im Fokus, anschließend das Achtelfinal-Rückspiel bei Atletico Madrid (Hinspiel: 2:4) am Mittwoch kommender Woche. "Ich bin kommunikativ, nah dran und ehrlich", beschrieb sich Korkut, der nur knapp ein Drittel seiner Spiele als Trainer gewinnen konnte, selbst. Seinen neuen Job bei Bayer, das als Tabellenzehnter bereits fünf Punkte Rückstand auf einen Europacup-Platz hat, sieht er als große Chance. Sollte er die Saison noch zu einem guten Ende führen, winkt trotz der Spekulationen um Julian Nagelsmann (1899 Hoffenheim), Lucien Favre (OGC Nizza) und auch Jürgen Klinsmann (Ex-Bundestrainer) ein neuer Vertrag.

Zuletzt lief es für Korkut aber nicht gut. Im Dezember 2016 vergangenen Jahres hatte er sein Engagement beim 1. FC Kaiserslautern nach nur einem halben Jahr auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. Gründe wurden bis heute nicht genannt, allerdings war ihm die erhoffte Aufbruchstimmung nicht gelungen. Zuvor hatte der gebürtige Stuttgarter vom 31. Dezember 2013 bis April 2015 Hannover 96 trainiert, wo er nach einer Negativserie von 13 Spielen ohne Sieg entlassen wurde. Korkut spielte als Profi für die Stuttgarter Kickers, Real Sociedad San Sebastian, Espanyol Barcelona sowie Fenerbahce und Besiktas Istanbul. Für die Türkei bestritt er 42 Länderspiele und nahm an der EM 1996 und der EM 2000 teil.