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Kolumne Olympia 2021 in Tokio: Wie wichtig gute Trainer sind

Olympia-Kolumne : Wie wichtig gute Trainer sind

Was war das für ein Auftritt von Henning Mühlleitner bei seinen ersten Olympischen Spielen. Platz vier im Finale, persönliche Bestzeit im Vorlauf – der 25-Jährige lieferte eine beeindruckende Show ab.

Und irgendwie hatte diese Show einen saarländischen Anstrich. Denn Mühlleitner wurde in Saarbrücken unter dem damaligen saarländischen Landestrainer Hannes Vitense groß, folgte ihm im Sommer 2017 nach Heidelberg.

Vitenses Qualifikation ist unbestritten, im Saarland hatte er herausragende Trainerarbeit geleistet, unter anderem Andreas Waschburger zu Olympia 2012 in London geführt. Doch Vitense war nicht zu halten – weil kein adäquater Arbeitsplatz für seine Frau Birte Steven, eine Sportpsychologin, zu finden war. Wie bitter dieser Verlust damals war, zeigt sich jetzt wieder.

Die Geschichte beweist auch, wie extrem wichtig gute Trainer sind. Speerwerfer Johannes Vetter, der Goldkandidat schlechthin der deutschen Leichtathletik in Tokio, profitiert von der Erfahrung seines Heimtrainers Boris Ober­gföll. Der „Bär aus dem Warndt“ hat seinen Lebensmittelpunkt längst nach Offenburg verlegt. Dabei hätte das Duo Vetter/Obergföll auch in Saarbrücken heimisch werden können. Verhandlungen gab es vor Jahren, Innen- und Sportminister Klaus Bouillon schaltete sich sogar ein – doch die Geschichte scheiterte an Geld und Strukturen. Und so wird Vetters Goldmedaille, so er sie denn holen wird, nicht ausschließlich saarländisch glänzen, sondern nur ein bisschen.