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Fußball-WM in Russland
Kolumbien setzt ganz auf den Münchner Rodríguez

Kasan. Kürzlich tauchte James Rodríguez auf einem Wahlkampf-Plakat des linken Präsidentschaftskandidaten Gustavo Petro auf mit seinem Konterfei und den Worten: „Ich kenne die Armut in meinem Land, weil ich sie selbst erlitten habe.

Ich will einen Wechsel für mein Land. Kolumbien verdient Frieden.“ Pilar Rubio, die Mutter des WM-Torschützenkönigs von 2014, ließ eilig dementieren, dass ihr Sohn etwas damit zu tun habe. Die Herkunft des Plakats ist nicht geklärt, sagt aber viel aus über seine Popularität in der Heimat.


Portugal hat Cristiano Ronaldo, Argentinien Lionel Messi, Brasilien Neymar – und Kolumbien seinen Strahlemann James Rodríguez. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München greift heute (14 Uhr/ZDF) in Saransk gegen Japan bei der Weltmeisterschaft ins Geschehen ein. Dann wird das öffentliche Leben in seiner Heimat stillstehen. James, wie er meist genannt wird, ist längst ein Superstar in dem fußballverrückten Land und auf allen Social-Media-Kanälen.

Als Rodríguez dieser Tage eine Trainingseinheit wegen leichter muskulärer Probleme verpasste, sorgte dies für höchste Aufregung in der Heimat. Zuletzt stand er aber wieder auf dem Platz, seinem Einsatz heute scheint nichts im Wege zu stehen. „Warum nicht von einer WM träumen, die für alle spektakulär und einzigartig ist?“, sagte Rodríguez. „Er ist die geborene Führungspersönlichkeit. Daher ist er heute auch das absolute Aushängeschild unserer Nationalmannschaft und unseres Landes“, lobte Torhüter-Legende René Higuita.