Kohlschreiber scheitert an FedererParknot macht erfinderisch

Kohlschreiber scheitert an FedererParknot macht erfinderisch

Der Fernsehsender BBC hat gestern einen handfesten Skandal im Umfeld von Wimbledon aufgedeckt. Er betrifft einen Autofahrer, der seinen Wagen in Ermangelung von Parkraum einfach mitten auf einem Grab gestellt hat.Zur Erklärung sei Folgendes gesagt: Da die Anlage an der Church Road mitten in einem Wohngebiet liegt, sind Parkplätze mehr als knapp

Der Fernsehsender BBC hat gestern einen handfesten Skandal im Umfeld von Wimbledon aufgedeckt. Er betrifft einen Autofahrer, der seinen Wagen in Ermangelung von Parkraum einfach mitten auf einem Grab gestellt hat.

Zur Erklärung sei Folgendes gesagt: Da die Anlage an der Church Road mitten in einem Wohngebiet liegt, sind Parkplätze mehr als knapp. Umliegende Tennis- und Cricketklubs vermieten daher ihr Gelände teilweise als Parkplatz. Auch die Kirchen in der Nähe kommen in den Genuss einer zusätzlichen Kollekte. Was den Autofahrer auf dem Gelände der "St. Mary's church" dazu bewogen hat, seinen Wagen zwischen den Grabsteinen zu parken, konnte die BBC nicht ermitteln. Aber Passanten befragen. Die waren "not amused". Bis auf eine ältere Dame, die trocken meinte: "Normal ist das ja nicht. Aber die Leute in den Gräbern wird es nicht gestört haben."London. Als ein Zuschauer "Philipp, I love you" rief und Philipp Kohlschreiber die Arme hob und ins Publikum winkte, da war der Augsburger endlich richtig auf dem Centre Court von Wimbledon angekommen. Zu dumm nur, dass sein Gegner im Drittrunden-Spiel Roger Federer war, der Maestro des Rasenplatzes, und dass auf der Anzeigetafel ein 4:0 für den Schweizer im ersten Satz zu lesen war. Am Ende setzte sich der fünfmalige Wimbledon-Sieger erwartungsgemäß mit 6:3, 6:2, 6:7 (5:7) und 6:1 durch. Doch der 25-jährige Deutsche hatte dem Favoriten zumindest einen Satz abgeknöpft - und die Partie genossen, wie er danach versicherte: "Es hat Spaß gemacht, wie eigentlich immer gegen ihn. Ich war vor dem Spiel locker. Aber heute war Roger phasenweise zu gut für mich."

Der Schweizer begann jeden Satz konzentriert, ging schnell mit einem Break in Führung. Nur im dritten Durchgang konnte Kohlschreiber eine Schwächeperiode Federers ausnutzen und sich den Satz im Tiebreak sichern. "Zu Beginn des vierten war ich nicht ganz so konzentriert, wie ich das wollte und lag schnell wieder hinten. Das war aber das einzige, was ich mir vorzuwerfen habe. Insgesamt bin ich zufrieden, ich habe gekämpft bis zuletzt und er musste schon eine gute Leistung bringen", fasste "Kohli" zusammen. Das bestätigte der Schweizer: "Ich denke, es war ein gutes Spiel und meine beste Leistung bei diesem Turnier." Im Achtelfinale kommt es für ihn am kommenden Montag zur Neuauflage des French-Open-Finals gegen den Schweden Robin Söderling.

Während Kohlschreiber seinen Auftritt gegen Federer genoss, war der Orscholzer Benjamin Becker auf dem Weg in die Heimat. Nachdem er am Donnerstagabend auch im Doppel mit Rainer Schüttler gegen Chris Guccione und Frank Moser (Australien und Karlsruhe) nach einem 6:7 (4:7), 4:6, 7:6 (7:5) und 5:7 ausschied, war das Turnier für den 28-Jährigen beendet. Zuvor hatte er im Einzel in Runde zwei gegen den Österreicher Jürgen Melzer verloren. "Insgesamt bin ich ein wenig enttäuscht, aber das ist halt so, wenn mal zwei Mal verliert. Aber viel ging heute nicht mehr, der Körper hat nicht mehr richtig mitgemacht", sagte er und spielte auf eine Bauchmuskelzerrung an: "Da gingen keine 100 Prozent, genau die paar Prozent fehlen, um die guten Leute zu schlagen. Aber wenn ich heim fliege, werde ich zufrieden sein. Die vergangen Wochen liefen einfach nur gut." Becker hat für das Turnier in Newport (USA) ab 6. Juli gemeldet, macht die Teilnahme aber davon abhängig, wie schnell er sich erholt.

Das Drittrunden-Spiel von Thomas Haas (Hamburg) gegen Marin Cilic (Kroatien) wurde wegen Dunkelheit beim Stand von 7:5, 7:5, 1:6, 6:7 (3:7), 6:6 auf diesen Samstag vertagt.