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Köllerbach träumt von der Sensation"Wir wollen jetzt den Sack so schnell wie möglich zumachen"

Köllerbach träumt von der Sensation"Wir wollen jetzt den Sack so schnell wie möglich zumachen"

Köllerbach/Völklingen. Sie schuften hart für den Erfolg. Eigentlich war Fußball-Oberligist Sportfreunde Köllerbach zur Winterpause schon längst abgestiegen. Eine tolle Serie lässt die Mannen von Melori Bigvava aber wieder auf den Klassenverbleib hoffen. Doch zuletzt stotterte die Aufholjagd nach dem unglücklichen 1:1 in Mayen und dem 0:1 in Waldalgesheim. Kommt da das Derby gegen den 1

Köllerbach/Völklingen. Sie schuften hart für den Erfolg. Eigentlich war Fußball-Oberligist Sportfreunde Köllerbach zur Winterpause schon längst abgestiegen. Eine tolle Serie lässt die Mannen von Melori Bigvava aber wieder auf den Klassenverbleib hoffen. Doch zuletzt stotterte die Aufholjagd nach dem unglücklichen 1:1 in Mayen und dem 0:1 in Waldalgesheim. Kommt da das Derby gegen den 1. FC Saarbrücken überhaupt zum richtigen Zeitpunkt? "Eigentlich", sagt Daniel Magno, "brauchen wir die Punkte dringender als der FC. Doch ehrlich gesagt, haben wir kaum eine Chance gegen diesen übermächtigen Gegner."

Der Köllerbacher Kapitän schnürte selbst elf Jahre für den FCS, vornehmlich in der zweiten Mannschaft, die Fußballschuhe. "Ganz ehrlich, ich drücke dem FCS ganz fest die Daumen, mein Herz hängt natürlich immer noch an diesem Verein. Und ich hoffe, dass wir in wenigen Jahren wieder Profifußball im Park sehen können", lässt Magno keinen Zweifel, dass sein Herz immer noch für die Blau-Schwarzen schlägt.

Doch am diesem Samstag ruht die Liebe zu seinem Verein. "Es gibt in den 90 Minuten keine Freunde. Ich spiele schließlich für Köllerbach, und wir brauchen nun mal ganz dringend Punkte", sagt Magno, der auch wieder auf seinen Lieblingstrainer trifft. "Ich habe ja alleine acht Jahre unter Dieter Ferner trainiert. Er hat mich am meisten geprägt. Er ist ein Super-Trainer."

Mit vielen aus der aktuellen FCS-Mannschaft spielte Magno noch selbst zusammen. "Nico Weißmann, Marcel Rozgonyi, Tobias Rott, Sammer Mozain müssen sich 90 Minuten auf einen harten Kampf einstellen. In den 90 Minuten kenne ich sie nicht", betont Magno. Vor wenigen Wochen noch hat er den FCS bereits ein wenig geärgert. Beim Saarlandpokal-Viertelfinale köpfte Magno die frühe Köllerbacher Führung. "Leider fiel mein Tor wohl zu früh", blickt Magno zurück. Bereits in der dritten Minute traf der Franzose, dann schlug es allerdings noch sechsmal im eigenen Kasten ein.

Köllerbachs Trainer Melori Bigvava ahnt: "Da kommt richtig viel Arbeit auf uns zu." Zumal mit Serge Dim Etong (Muskelfaserriss) ein wichtiger Spieler ausfällt. Auch Janosch Scherer und Miro Czermurzynski stehen nicht zur Verfügung.

Fast auf den Tag genau vor 38 Jahren musste der FCS in der damaligen Regionalliga gegen Röchling Völklingen antreten. Saarbrücken verlor 0:1 und verspielte damit die letzte Aufstiegschance. An jenem weißen Sonntag wuchs der Köllerbacher Torhüter Werner Kirsch im Röchling-Trikot über sich hinaus und brachte die Blau-Schwarzen mit schier unglaublichen Reflexen zur Verzweiflung. Er ist bis heute der einzige Köllerbacher, der gegen den FCS siegen konnte.

Saarbrücken. Die Stimmung bei Dieter Ferner, Trainer des Fußball-Oberliga-Tabellenführers 1. FC Saarbrücken, ist noch immer gedrückt. Lächeln fällt ihm schwer. "Ja, ich bin schon etwas angeschlagen", sagte der 60-Jährige nach dem 0:2 im Halbfinale des Saarlandpokals gegen die SV Elversberg. Auch Mittelfeldspieler Nico Weißmann (Foto: SZ) hatte sich seinen 29. Geburtstag am Dienstag etwas anders vorgestellt: "Ich habe mich wochenlang auf ein gutes Fußballspiel gefreut. Dann kommen die Elversberger hierher, stellen sich hinten rein wie Betzdorf oder Niederauerbach und werden dafür noch belohnt. Das war schon ganz bitter."

Der FCS will sich jetzt dafür mit der frühen Meisterschaft schadlos halten. "Wir wollen jetzt den Sack so schnell wie möglich zu machen", gibt sich Weißmann kämpferisch, "dass wir in Völklingen auf Rasen spielen und nicht in Köllerbach auf Kunstrasen, ist sicher kein Nachteil für uns."

Der Kranken- und Verletztenstand beim FCS ist hoch. Physiotherapeut Frank Sänger hat alle Hände voll zu tun, um die Muskelverletzungen von Marcel Rozgonyi, Nabil Dafi, Marcel Schug und Michael Petry in den Griff zu bekommen. Stürmer Gregory Strohmann hat nach überstandener Magen-Darm-Grippe das Training wieder aufgenommen. "Wir reden nicht darüber, dass wir 34 Spiele ohne Niederlage bleiben wollen", so Weißmann, "wir müssen Meister werden, und dazu brauchen wir drei Punkte am Samstag. Fertig." cor