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Köksal will seine Mitspieler beim FCS endlich besser kennenlernen

Fußball-Regionalliga : Köksal will seine Mannschaft endlich kennenlernen

Der ehemalige Elversberger fasst nach einem halben Jahr beim 1. FC Saarbrücken Fuß. Verletzungsprobleme behinderten die Integration.

An diesem Sonntag um 5 Uhr in der Frühe startet am Frankfurter Flughafen ein Flieger nach Antalya. Für die meisten Menschen an Bord wird es der Beginn eines Winterurlaubs, für die Spieler des Fußball-Regionalligisten 1. FC Saarbrücken der Aufbruch in ein intensives Trainingslager in Belek. „Wir haben dort einfach optimale Bedingungen“, sagt FCS-Sportdirektor Marcus Mann, der seinen im Sommer auslaufenden Vertrag wohl demnächst verlängern wird.

Mittelfeldspieler Fatih Köksal freut sich aus verschiedenen Gründen auf den Türkei-Aufenthalt. „Es ist das Land meiner Eltern, die aus der Nähe von Ankara stammen. Ich freue mich extrem“, sagte der 23-Jährige: „Ein Trainingslager ist einfach klasse. Alle sind beisammen, man hat Spaß auf dem Trainingsplatz und lernt sich besser kennen.“

Viel Kontakt zur Mannschaft hatte Köksal, der in der Jugend des 1. FC Kaiserslautern, bei Astoria Walldorf und Eintracht Frankfurt gespielt hat, in seinem ersten halben Jahr in Saarbrücken nicht. „Es war eine schwierige Zeit. Ich habe mich gleich in der allerersten Trainingswoche verletzt und danach kaum gespielt – außer vielleicht zwei Mal im Pokal“, sagt Köksal, dessen Muskelfasern gleich zwei Mal an der gleichen Stelle gerissen waren. „Ich fange quasi wieder bei null an. Im Fußball macht dann auch der Kopf manchmal nicht mit. Aber man sollte sich nie abschreiben. In Elversberg war ich auch lange verletzt und dann von heute auf morgen wieder da.“

Im Sommer 2018 war der Mittelfeldmann gegen eine Ablöse von der SVE zum Nachbarn gewechselt. „Ich bin damals schon von Worms nach Elversberg, um 3. Liga zu spielen. Die Perspektive beim FCS ist einfach besser“, sagt Köksal, auf dessen Position die Konkurrenz groß ist. Manuel Zeitz, Fanol Perdedaj und Marco Holz sind die Etablierten, Köksal und Lukas Quirin die Talente und Steven Zellner immer eine Alternative. „Außer Lukas sind alle älter, haben Klasse und schon höher gespielt. Davon kann ich nur lernen“, sagt Köksal: „Aber natürlich muss man auch das Selbstbewusstsein haben, dass man an ihnen vorbei will und spielt.“

In den bisherigen Testspielen gegen Drittligist SV Wehen Wiesbaden (4:2), Zweitligist SV Sandhausen (0:0) und den luxemburgischen Erstligisten F91 Dudelingen (3:1) kam Köksal jeweils eine Halbzeit zum Einsatz. „Wenn er endlich mal verletzungsfrei bleibt, werden wir noch eine Menge Spaß an ihm haben“, findet FCS-Trainer Dirk Lottner. Köksal, der die letzten freien Tage vor dem Trainingslager bei seiner Familie verbracht hat, macht sich aber keinen Druck: „Es macht einfach Spaß, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen. Es ist einfach was ganz anderes, als alleine Runden zu laufen. Ich genieße jeden Tag, den Rest wird die Zeit bringen.“

Noch knapp vier Wochen hat der FCS, sich in die Form zu bringen, um Spitzenreiter Waldhof Mannheim doch noch abzufangen. „Fünf Punkte Rückstand? Das ist nichts. Das geht im Fußball manchmal ganz schnell“, glaubt Köksal an sich und die Qualität der eigenen Mannschaft. „Mannheim spielt extrem konstant. Aber auch wir haben brutale Qualität. Das können wir schaffen“, sagt Köksal.