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Knapp vorbei an den erhofften WM-Medaillen

Knapp vorbei an den erhofften WM-Medaillen

Daegu. Es war verdammt knapp, aber am dritten Tag der Leichtathletik-WM in Südkorea sind die deutschen Medaillenträume geplatzt. "Mensch, die 30 Zentimeter hätte der Hammer auch noch weiter fliegen können", schimpfte Markus Esser, der mit 79,12 Metern gestern eine starke Weite ablieferte

Daegu. Es war verdammt knapp, aber am dritten Tag der Leichtathletik-WM in Südkorea sind die deutschen Medaillenträume geplatzt. "Mensch, die 30 Zentimeter hätte der Hammer auch noch weiter fliegen können", schimpfte Markus Esser, der mit 79,12 Metern gestern eine starke Weite ablieferte. Der 31-Jährige wurde allerdings wie 2005 Vierter und blieb trotz der auch im vierten WM-Anlauf verpassten Medaille optimistisch: "Mir gibt das Ergebnis Aufschwung in Richtung London 2012. Markus Esser ist zurück in der Welt."Der als Mitfavorit eingestufte Stabhochspringer Malte Mohr geriet in einer hochklassigen Konkurrenz unter Zugzwang, als er die 5,65 Meter erst im zweiten Versuch überquerte. Doch Mohr kämpfte leidenschaftlich um seine Chance und schaffte mit 5,85 Metern eine neue Saisonbestleistung. Das reichte dennoch nicht zum erhofften Edelmetall, sondern nur zu Rang fünf. Piotr Wojciechowski (21) geht als erster polnischer Stabhochsprung-Weltmeister in die Geschichte ein. Zweiter wurde ebenso überraschend der Kubaner Lazaro Borges (5,90 Meter) vor Favorit Renaud Lavillenie (Frankreich/5,85). "Die beiden Ersten hatte ich nicht auf meiner Liste. Ich bin gut gesprungen und habe eine Saisonbestleistung geschafft. Wer hätte das gedacht, dass das nicht zu einer Medaille reicht", sagte Mohr: "Ich habe mein Bestes gegeben. Mehr ging nicht."

Enttäuschung herrschte auch bei den deutschen Kugelstoßerinnen: Nadine Kleinert kam mit 19,26 Metern nur auf den achten Platz, Christina Schwanitz mit 17,96 gar nur auf den zwölften. Die 35 Jahre alte Kleinert, die 2009 in Berlin noch WM-Zweite geworden war, verzichtete aus Verletzungsgründen auf ihren letzten Versuch. Die Neuseeländerin Valerie Adams verteidigte mit 21,24 Metern ihren Titel. Silber gewann Europameisterin Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland (20,05), Bronze holte Jillian Camarena-Williams aus den USA (20,02).

Pure Freude statt Enttäuschung empfand gestern Carmelita Jeter, die schnellste Frau der Welt. Die US-Amerikanerin gewann das 100-Meter-Rennen in 10,90 Sekunden vor Veronika Campbell-Brown aus Jamaika in 10,97 Sekunden und Kelly-Ann Baptiste aus Trinidad und Tobago, die in 10,98 Sekunden die Titelverteidigerin Shelly-Ann Fraser (Jamaika) um eine Hundertstelsekunde auf Platz vier verwies.

Die weiteren WM-Titel sicherten sich gestern Jason Richardson (USA/13,16 Sekunden) über 110 Meter Hürden (siehe Text auf dieser Seite), Amanthle Montsho über 400 Meter (zugleich die erste WM-Medaille überhaupt für Botswana) und Japans 36 Jahre alter Hammerwurf-Oldie Koji Murofushi (81,24 Meter), der am Ende eines spannenden Wettkampfes sechs Zentimeter vor Krisztian Pars aus Ungarn (81,18) lag. dapd